Zwischen Tian Shan und Issyk Kul

 

(10. November)

Ausgeschlafen und mit Frühstück im Bauch ging es heute weiter. Unser Weg führte uns nach Süden an die kirgisische Grenze. Alles verlief ohne Probleme, interessant war, dass unser Auto bei der Einreise nicht registriert wurde. Von der Grenze ist es nur eine kurze Strecke in die kirgisische Hauptstadt Bishkek. Auf dem Weg wurden wir von der Seite angehupt und eine Polizeikelle wies uns an, an den Straßenrand zu fahren. Dieses Prozedere hatten wir mittlerweile schon an die 15 mal erlebt, aber diese Polizisten kamen uns seltsam vor, da sie keine Uniform trugen und nicht im Polizeiauto unterwegs waren. Wir haben im Internet vorher schon von Kriminellen gelesen, die sich als Polizisten ausgeben und versuchen, an ein Dokument zu gelangen, um Geld zu erpressen. Noch nicht ganz stehend haben wir uns zum weiterfahren entschlossen, die „Polizisten“ haben sofort umgedreht und sich ein neues Opfer gesucht. In Bishkek haben wir nach einigem Suchen das „Futuro“ Hotel gefunden und sind von dort in ein einheimisches, großes Restaurant namens „Faiza“ gefahren. Bei einem Bortsch sind wir ein wenig in das kirgisische Leben eingetaucht.

After an extensive luxury breakfast, we continued our journey towards Kyrgyzstan today. The navigation showed a significant detour for our route, so we expected bad roads and extended travel time. But to our surprise, there was no detour, the road was pretty good and even the immigration to our 13th country was without complications. The capital Bishkek is just 20 km from the border. There we were stopped by a police, but when we looked in the mirror, only one was dressed somewhat like a policeman while the other was in a sweater and also their car was just a regular car. So we drove away. In the mirror we saw then, that they did not follow us but did a u-turn and were looking after their next victim. Fortunately we had info from the internet about fake policemen, who just wanted to get hold of documents to press money out of you in return. After a bit of searching, we found our hotel „Futuro“ and then went to the local restaurant „Faiza“ where we had a vegetarian Borsch and started to dive in the Kyrgyzstan life.   

                

(11. November)

Zuerst sind wir heute zum „Iron House Nomad“ gefahren, einer kleinen Firma, die von einem Amerikaner geleitet wird. Sie bietet Touren, Mietwagen und weitere Dinge an und wir haben aus vielen Blogs erfahren, dass sie einem helfen können, sein Auto zu verkaufen. Das Auto verkaufen und mit dem Zug oder Flugzeug weiter reisen, ist einer unserer Pläne. Der Besitzer war nicht da, aber eine sehr nette junge Dame hat uns weiter geholfen. Sie hat uns erzählt, dass der Markt seit Anfang des Jahres schlecht geworden ist, als Kirgisistan in eine Zollunion (Eurasian Economic Commission (EEC)) mit Russland und weiteren Staaten eingetreten ist. Nun ist der Zoll für Importautos sehr hoch, der sich aus dem Alter und dem Hubraum des Fahrzeuges ergibt. Sie hat uns außerdem vom Ala-Archa Nationalpark im Tian Shan Gebirge erzählt, der sich nicht weit von Bishkek befindet. Um den angebrochenen Tag noch zu nutzen, haben wir uns sofort auf den Weg gemacht. Das Tor zum Nationalpark haben wir um etwa 15:00 erreicht, aber der Weg zum Parkplatz ist von dort immer noch 10km lang. Nach und nach ist er immer verschneiter und eisiger geworden, bis wir nicht mehr weiter gekommen sind. Bald kam hinter uns ein anderes Auto mit dem selben Problem. Nachdem wir ihnen geholfen haben, ihr Auto den Hang hoch zu schieben, boten sie uns an, unser Auto abzustellen und den Rest des Weges mit ihnen zu fahren. Die Fahrt war sehr lustig, am Parkplatz trennten wir uns von ihnen. 

First thing today we went to „iron horse nomad“ as they should be supportive about selling cars in Kyrgyzstan and what to do here. Selling our car and continue by train or plain is one of our backup options. The owner of „IHN“ was not there, but the nice lady in the office told us that the car market became very bad this year as the import taxes increased dramatically since Kyrgyzstan joined the Russia led Eurasian Economic Commission (EEC) in January. She also told us about the Ala-Archa national park in the Tian Shan mountains, but still close to Bishkek. So we immediately decided to go there. We passed the park gate at about 3 pm. The road to the parking was still almost 10 km and so steep and icy, that our car started just to slip off the road at about half the way. After a while another car with 3 locals came and had the same problem. So we decided to leave our car where it was and together push and drive the other car up to the parking, which we did with a lot of fun.  

    

Wir nahmen den Wanderweg zu einem Wasserfall. Nach einem kurzen Pfad durch den Wald wird der Weg steiler, sodass man bald oberhalb der meisten Bäume, in vollkommener Stille von beeindruckenden Gipfeln des Himalaya umgeben ist. Es wurde immer kälter und die Vegetation immer kahler, bis man nur noch über Steine und Gras wanderte. Erschöpft sahen wir dann den eingefrorenen Wasserfall, gingen noch eine Weile weiter, bis zu einem Plateau, von dem wir das Gebirge gut überblicken konnten. Es war atemberaubend, vor allem weil wir nicht dachten, dass wir ohne weiteres in ein paar Stunden ins Himalaya Gebirge gelangen würden. Dann entschlossen wir uns dazu, den Rückweg anzutreten und erreichten den Parkplatz perfekt zur Dunkelheit. Nun hatten wir noch einige Kilometer zum Auto vor uns, bevor wir in die Stadt zurück fuhren und das „Prego“ Restaurant fanden. Das Essen war wirklich lecker und auch der Service war ausgezeichnet. Ein perfektes Ende für diesen tollen Tag!

Now we had only 3-4 hours left until it was dark and the way to the waterfall we wanted to take was announced with about 3 hours, but we decided to take it and go as fare as we will come. On the steep way up, the snow slowly disappeared together with the vegetation and we climbed just over stone and grass. As it was late, we had to turn back before we reached the waterfall, but we could see it and the gorge up to the summit. The majesty of these mountains, the silence and beauty was just overwhelming. Even more as we didn’t even think, we could make it into the Himalaya within less then a day. It was dark already when we reached the parking and still had to go about 3 km to our car. Exhausted but happy we drove back to Bishkek, where we occasionally found the Italian restaurant „Prego“ with excellent food and service. A perfect end for this perfect day! 

                       

(12. November)

Heute haben wir den Osh Basar im Westen der Stadt besucht. Man läuft in kleinen Gassen und Wegen durch die einzelnen Stände. Die meisten dieser Stände befinden sich in Wellblechhütten, die einem gemeinsam wie ein riesiger Stadtteil vorkommen. Man läuft lange durch die kleinen Gassen, bis zum Rand mit Haushaltsartikeln, Kleidern, Baumaterialien und allen möglichen anderen Artikeln vollgestopft, bis man am anderen Ende an eine Straße gelangt. Wenn man sie überquert, kann man am anderen Ende wieder in den scheinbar endlosen Basar eintauchen. Neben den Ständen gibt es auch unzähliche weitere Verkäufer, die ihre Ware auf Karren oder einfach am Boden anbieten. Zentral befindet sich dann ein großes Tor, durch welches man in einen Lebensmittelbasar gelangt. Viele verschiedene Früchte, Nüsse und Süßigkeiten geben mit schön aufgehäuften Bergen von Gewürzen ein wunderbar buntes Bild ab. 

 After some additional investigations and cleaning of our car, we went to the „Osh“ bazar today, which is almost a city in its own with huge areas of tin huts for each kind of offerings, household, construction material, electronics, clothing, textile … simply everything. You you can walk for days thru the small walkways between the booth’s like in a labyrinth. Also outside on the streets merchants sell cheap stuff from carriages or simply on the floor. After a while we went thru a gate into the food bazar, which we liked most as it was so colorful with all the flowers, fruits, nuts and vegetables and the unbelievable variation of spices did smell so good. Here you can find whole-sellers, selling tens of variations of rice, grain or flour in 50 kg bags and also retailers, where you can get even the smallest amounts. The good thing for us was, that we even didn’t see the meat and fish market.    

                                   

   
(13. November)

Da wir uns vorgenommen haben, den Auto Basar in Bishkek zu besuchen, an welchem an Wochenenden tausende Autos den Besitzer wechseln, hatten wir den heutigen Tag nichts vor und wollten uns die Zeit vertreiben. Wir fuhren 70 km nach Osten zum Burana-Turm, einem Minarett aus dem 11. Jahrhundert. Der Turm liegt wunderschön, einige Kilometer von den Bergen entfernt, im kirgisischen Chui-Tal. Ausgerechnet heute war der Himmel blau und so konnten wir nach einigen Stufen durch das Innere des Turmes das weite Land überblicken. Die einzigen anderen Leute waren Teil einer Hochzeitsgesellschaft. Sie hatten sich alle in Schale geworfen und waren gut gelaunt. Wir machten einige Fotos mit ihnen und blieben noch ein bisschen länger, um das kleine Museum und eine Jurte neben dem Turm zu besuchen. 

Meanwhile we had decided to go to the car market on the weekend, where thousands of cars are supposed to change owners on a weekend. So we could use the good weather today to go to the „Burana“ tower some 70 km east of Bishkek. It’s the remains of a minaret from the 10th century, beautiful located and good restored. There is also a museum in a yurt and ancient graves around. Beside us, there was only a wedding party who came all the way from lake Issik Kul with a New York style stretch limo. They did all wear their best dresses and the bride a fantastic white bridal gown. They had the key for the tower, so we even could climb up the stairs to the top of the tower with a fantastic view. Both, they and us enjoyed very much meeting each other!  

                   

Wir entschieden uns für einen anderen Rückweg und fuhren am Fuss der Berge beim Sonnenuntergang nach Bishkek zurück. Als wir die Stadt erreichten, begann es stark zu regnen und der Verkehr kam schnell zum Erliegen.

On the way back we took a route, along the mountains and drove back to Bishkek in the sunset. Short before we reached the city we came in a heavy rain with no sight and collapsing traffic.   

                   


(14. November)

Wie im Artikel „Selling our car in Kyrgyzstan“ beschrieben, waren wir heute auf dem Azamat Automarkt, um unseren treuen, grünen Begleiter zu verkaufen und haben Saadat danach zum Essen eingeladen. Am Abend haben wir auf den Rat eines Mitarbeiters im Hotel Karten für ein „Gorod 312“ Konzert gekauft und ihm gleich zwei Karten mitgebracht. Das Konzert fand im Club „Promzona“ statt, welcher in einer alten Industriegegend gelegen ist. Man sagte uns, dass er vor einigen Jahren zum besten Club Zentralasiens gewählt worden war und er war wirklich cool, aber auch sehr voll. Die Band stammt aus Bishkek und ist im russischsprachigen Raum sehr bekannt. Das Konzert war gut, auch die Nachband spielte gute Musik und so hatten wir Spass bis in die frühen Morgenstunden.

As you could read in our article „Selling our car in Kyrgyzstan„, we went to the Azamat car market today to look for a new career for our good BMW. Then we went for an early dinner with Saadat. Back in the hotel, we looked for events together with the receptionist and found him excited about a „Gorod 312“ concert in the club „Promzona“ today. So we immediately took a taxi to secure tickets for us and him and his wife. He told us that the „Promoza“, which is located a bit outside in an industrial area, was recently chosen as the best club in central Asia. The band „Gorod 312“ is famous all over Russia and beyond and they are giving concerts in Bishkek from time to time as the band members are all from here. He didn’t promise too much, the Promzone is a great club and the concert was great. After midnight a second band came on stage which was also really good and we had a great time until early in the morning.  

(15. November)

Eigentlich wollten wir heute früh aufstehen, um zum Issyk Kul zu fahren, dem zweitgrößten Gebirgssee der Welt. Aber wir brauchten bis zum Nachmittag, um zum Busbahnhof zu kommen. Jetzt merkten wir, wie komfortabel es mit unserem grünen Freund war, nicht zuletzt, weil man nicht mehr einfach an wunderschönen Stellen auf dem Weg anhalten kann, um Fotos zu machen. Als wir Cholpon Ata am Nordufer des Issyk Kul erreichten, war es bereits dunkel. Wir fühlten uns, als wären wir 30 Jahre früher in der Sovietunion gelandet. Das Hotel, das wir uns aussuchten, wurde als Resort des kirgisischen Staates beschrieben, welches auch heute noch politische Führer empfängt. Hingefahren wurden wir übrigens von einem Polizisten, der eine kurze Pause in seiner Berufung einlegte, um sich als Taxifahrer etwas dazu zu verdienen. Wir warteten an der Schranke, bis der Wachsoldat uns durchließ und ein anderer mit uns durch die riesige Anlage lief und uns zu unserem Zimmer brachte. Wie sich herausstellte, war das Resort ein altes Sanatorium aus Soviet-Zeiten und scheinbar seitdem nicht verändert worden. Das Restaurant hatte geschlossen und im Dorf fanden wir auch keines, also kauften wir Müsli und Pringles im Supermarkt. Beim Essen in unserem Zimmer bekamen wir einen guten Eindruck vom Leben in der Sovietunion.

Today we wanted to leave early for a trip to lake „Issyk Kul“ but it took us a while to get up and it was after noon, when we went to the bus station (how comfortable was it when we still had our green partner) and it was dark already when we reached „Cholpon Ata“ at lake „Issyk Kul“. Here we arrived 30 years back in the Soviet time. The hotel we had selected was described as a resort from the Kyrgyzstan government, which until today hosts conferences with political leaders from many countries. But also regular people can stay there. As regular people we had to wait at the barrier until the soldier got approval to let us in and show us a room in one the buildings in this vast park. What is called resort today was a Soviet sanatorium until 25 years ago and is pretty much unchanged until today. Restaurant was closed and also in the village we could not find one. So we had dinner in our old sanatorium room with stuff, we bought in a market across the street and could imagine how life in former Soviet Union was. 

      

(16. November)

Nachdem wir in unserem „Soviethotel“ aufgewacht sind und gefrühstückt haben, haben wir herausgefunden, dass es als Trainingscamp für Athleten aus Zentralasien genutzt wird. Unter anderem haben wir einige Radfahrer vom Team Astana gesehen. Wir sind durch den Hotelpark mit seinem Strand spaziert und sind danach los gelaufen, um die Sehenswürdigkeit von Cholpon Ata, den Ruh Ordo Park zu erkunden. Es ist eine Anlage am See, die für Tschingis Aitmatov und seine Ideen errichtet wurde. Aitmatov ist der Nationalschriftsteller Kirgisiens, sein bekanntestes Werk „Djamila“ wird oft als die schönste Liebesgeschichte der Welt bezeichnet. Im Park wird mit Kunstwerken, Bildern und Gebäuden versucht, die großen Weltreligionen in Einklang zu bringen, die Wissenschaft zu würdigen und die kirgisische Geschichte und Kunst dazustellen. Für jede der Weltreligionen befindet sich ein kleines, weißes Gebäude im Park, welches innen mit Reliquien und Bildern der Religion ausgestattet ist. Uns hat die friedliche Athmosphäre hier sehr gut gefallen. Später haben wir uns einen Bus gesucht und sind zurück nach Bishkek gefahren. 

We had breakfast in the original Soviet sanatorium dining hall and found out that this is also a training camp for Central Asian athletes as several Team Astana cyclists and other athlets were there. In the hall we saw a wall full of fotos from Khrushchev and other political leaders from Soviet and post Soviet time. Then we looked around the park, the shore and the vessel „Moscow“ that belongs to the resort. Later we went to the „Ruh Ordo“, a beautiful park at the shore, honoring all religions, science and most important leaders of Kyrgyzstan from Manas until today. Mainly it’s honoring C.Aitmatov and his ideas. We were the only visitors there and liked it’s peaceful atmosphere. In the afternoon we took a bus back to Bishkek. 

                                        

 

Kazakh Capitals – Astana & Almaty

(4. November)

In Astana suchten wir lange nach einem Hotel, das wir im Internet gefunden hatten. Als wir es lange nicht fanden, sind wir in die Stadtmitte gefahren, zum riesigen Parlamentsgebäude und dem Bajterek Turm. Hier hatten wir im Internet ein Restaurant ausgesucht, welches wir auch nicht gefunden haben. Also sind wir zum nächsten Restaurant gegangen, weil es „Augustin“ hieß und wir auf deutsche Küche gehofft haben. Allerdings stellte es sich als schlechte Kopie unseres Augustiner heraus und nichtmal das Bier war bayrisch. Nebenan fanden wir ein Hotel, das sich als kitschig und teuer herausstellte. Wir haben noch eine kleine Runde in der Stadt gedreht und sind ins Bett, da es in Astana noch zwei Stunden später war, als in Westkasachstan.

In Astana we couldn’t find the selected hotel and gave up after searching for more then an hour. Instead we drove to the gigantic governmental building and the Bajterek Tower as we did have identified a vegetarian restaurant close to it, which we couldn’t find either. Exasperated we went to the next restaurant, which was a bad copy of our Munich Augustiner (and was even named „Augustin“) and then to a hotel next door, which was also not the best choice – fancy, expensive and bad. But we didn’t care as we were far too tired.  

       

(5. November)

Nachdem wir fast 3000 Kilometer in den letzten 4 Tagen zurückgelegt haben, blieben wir einen Tag in Astana, um uns zu erholen. Da wir gehört haben, dass man in der usbekischen Botschaft schneller an ein Visum gelangt, wenn man eine Einladung hat, haben wir uns darum gekümmert, einen Kollegen von Papa aus Moskau angeschrieben und ihn um Hilfe gebeten. Am Abend hatten wir eine Einladung aus Usbekistan. Später haben wir nochmal nach dem Hotel gesucht, das wir am Vortag nicht gefunden hatten. Wir hatten uns immer auf Hochhäuser konzentriert, aber letztendlich fanden wir es in einer Nebenstraße in einer Wohnhaussiedlung. Es heißt „Vintage“ und hat uns sofort gut gefallen. Geschmackvoll eingerichtet mit gut geschulten Mitarbeitern. Am Nachmittag sind wir auf Sightseeing-Tour gegangen. Zuerst sind wir zum Khan Shatyr gefahren, einem großen Einkaufs- und Entertainmentzentrum, unter anderem mit einer Wildwasserbahn und einem Wellnessbereich. Es wurde von Norman Foster gebaut und ist architektonisch wirklich sehenswert. Danach sind wir zu ebenfalls von Foster gebauten Pyramide des Friedens und der Eintracht gefahren. Sie wurde für den „Congress of Leaders of World and Traditional Leaders“ erbaut und beinhaltet jüdische, islamische, christliche, buddhistische, hinduistische, daoistische und viele weitere religiöse Elemente. Nach einigen weiteren Bauten Astanas, zum Beispiel die Nur-Astana Moschee und das „National Museum of Kazakhstan“, haben wir beim Italiener gegessen. Die kleine Stadt ist 1997 zur Hauptstadt Kasachstans gemacht worden, um die Region zu fördern. Es wurde ein wirtschaftlicher Boom ausgelöst und heute ist Astana fast 1M groß. Die Stadt wurde vom Japaner Kisho Kurokawa eindrucksvoll gestaltet und ist mit den modernsten Gebäuden vollgepackt. Ein bisschen kann man es sich wie Dubai vorstellen, allerdings fehlte uns die Authentizität ein wenig. Denn je weiter man sich vom Zentrum entfernt, desto mehr Altes und Verfallenes mischt sich in die sterile Moderne. Aber wie dem auch sei, der Fortschritt ist deutlich spürbar, es gibt für Besucher einiges zu sehen und auch scheint Leben langsam in die Stadt einzuziehen.

As we did 3000 kmof ice and snow in the last 4 days, we decided to stay a day in Astana, this artificial city with it’s gigantic buildings. As we needed invitation letters to avoid waiting for days or even weeks for the Uzbek visa, we went to dad’s company office, but nobody was there. So we did send an email to his colleague in Moscow. Believe it or not, but we had the invitation letters from Uzbekistan in our mailbox the same evening. Can you imagine how happy we were. Apparently this was a good day today as we continued to look for the hotel, we couldn’t find last night. And guess what – we found it! And even more it was a perfect choice. The hotel „Vintage“ was elegant, clean, had a good restaurant and a very experienced team. Now we could start exploring Astana. First we went to Khan Shatyr, a landmark building designed by Norman Foster. It reminds of a huge circus tent and inside is a big shopping mall, entertainment and wellness center. Then we went to the Palace of Peace and Reconciliation, a big pyramid, which was specially constructed to host the „Congress of Leaders of World and Traditional Leaders“. It contains accommodations for different religions: Judaism, Islam, Christianity, Buddhism, Hinduism, Daoism and other faiths. Also this was designed by Mr.Foster. Close by we also looked at the Nur-Astana Mosque and the National Museum of the Republic of Kazakhstan. Finally we went to an Italian restaurant for dinner and did buy some warm clothes. Despite Astana is not our favorite city, it was very interesting to see this young city, planned by the Japanese mastermind Kisho Kurokawa, is now beginning to be filled with real life. 

               

(6. November)

Ein wenig erholt machten wir uns heute um 8:00 auf die lange Reise nach Almaty. Die M36 wurde uns als perfekte Autobahn angepriesen, auf der man dauerhaft 120 fahren könne. In Atyrau versicherte man uns, es wäre eine Autobahn, wie wir sie in Deutschland hätten. In Wirklichkeit fährt man kurz nach Astana in eine riesige Baustelle, auf der man mal auf geteerter Straße fährt und mal auf holprigen Wegen neben der Straße, auf der aber auch nicht sonderlich viel gebaut wird. Teilweise teilt man sich eine Spur mit dem Gegenverkehr und besonders gut ist die Straße auch nicht. Nach der Zusammenführung der Straße mit der R29, wurde sie bis kurz vor Almaty richtig schlecht. Da es Abend wurde und wir durch Zufall ein Hotel am Balkaschsee entdeckten, unterbrachen wir die Fahrt und übernachteten am See. Weil die Saison schon vorüber war, war das Hotel leer, aber sie gaben uns ein Zimmer für die Nacht. 

We started early as we wanted to go as far as possible towards Almaty today. We were told the road from Astana to Almaty (M36) is the best in Kazakhstan, like a „German Highway“ but in real it starts with a long construction area with bad gravel for about the first 300 km. Ice and snow made this a dangerous trip. After Karagandy it continues as a regular road, not too good and not too bad. Karagandy is a big industrial city, developed from a huge Stalin gulag. Just 100 years ago, only steppe was around here. From the conjunction with the R29, the road turned to really bad until about 50 km before Almaty. Soon after we reached lake Balkhash at the dirty mining city with same name „Balkhash“, we found a way to the beach and did walk along the shore for a while. As a gift from heaven, just there was an elegant beach resort. It was empty as the season is over already, but they gave us a room for the night – with no service and food. The lobby was like a big living room with even a billard table in it. We made ourselves comfortable, did take what we had to eat from the car and had a great evening.

                               

(7. November)

Da wir die Info hatten, dass die Botschaft auch Samstags geöffnet sei, sind wir früh los gefahren, um die Chance zu nutzen, das Visa heute schon zu bekommen. Nachdem wir etwa 250 km am Balkaschsee entlang gefahren sind, an der Zusammenführung mit der R29, ist die Straße dann schlecht bis sehr schlecht geworden. Das blieb dann so bis kurz vor Almaty. Wie auch in Astana haben wir ein Hotel im Internet heraus gesucht, das wir erst nach ewigem Suchen gefunden haben. Im dichten Schneefall haben wir 15 km außerhalb der Stadt, bereits im Tian Shan Gebirge, das „Samal Resort & Spa“ gefunden. Es sah im Schnee wie ein Winterwunderland aus und erwies sich als perfekte Wahl. Im Spa haben wir einen Mann aus Almaty kennen gelernt, der in der Öl- und Agrarbranche tätig ist. Er ist muslimisch, hat 2 Frauen und 5 Kinder und arbeitet in einem kasachisch/chinesischen Unternehmen, das 80.000 Hektar Land bewirtschaftet. Von ihm haben wir einiges über Almaty als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum und die politische und wirtschaftliche Position des Landes erfahren. Kasachstan hat zwar eine wichtige Position in Zentralasien, aber wird stark von den vier Großmächten Russland, USA, China und Europa beeinflusst. Abends sind wir ins sehr gute, arabische Restaurant neben dem Hotel zum Essen gegangen.

We had info that the Uzbek embassy in Almaty is providing visa services also Saturday afternoon, so we started early to use the chance to get our visa already today. 
After about 250 km driving alongside lake Balkhash, at the conjunction with the R29, the road turned bad to really bad and this did not change until about 50 km before Almaty. On the way we saw some seriously damaged trucks thad must have had bad accidents in the winter conditions yesterday. We arrived in the city when it was dark already and same as in Astana we had a hard time to find our  selected hotel. It took us more than 2 hours of searching even if we had the exact adress. Pretty late we arrived at the „Samal Resort & Spa“ in a perfect winter world. The hotel was about 15 km south of the city, already in the Tian Shan mountains, close to the Almaty skiing areas – and was a perfect choice. We had a good time in their Spa where we met a local couple who did enjoy a weekend in the hotel. From him we learned a lot about Almaty as the cultural and business center of Kazakhstan, the political and economic situation and the political position of Kazakhstan as the number one in central Asia but also as being forced to navigate between the four global leading powers, China, US, Russia and Europe. He is a businessman in a leading position in a Kazakh/Chinese farming company running more than 80.000 hectares of land. He is a Muslim with 2 wife’s and 5 kids with experience in agricultural and oil business in many countries including US and Europe. Very interesting to see the world from his eyes, and to learn from him about this area of the world. We closed the day with a good dinner in an Arabian restaurant next to the hotel.  

           

(8. November)

Am Morgen haben wir mit einem Blick aus dem Fenster die Mächtigkeit der Berge festgestellt, die uns umgaben. Wir befanden uns im Tien Shan Gebirge, dessen höchste Gipfel über 7000m erreichen. Es gehört bereits zum Himalaya und wir waren fasziniert, als wir herausfanden, dass wir Tibet näher waren als Astana. 

Nach einem guten Frühstück sind wir zur usbekischen Botschaft gefahren, da wir gehört haben, dass sie auch am Wochenende geöffnet habe. Das stimmte allerdings nicht, wir erfuhren vom Pförtner, dass sie morgen um 9:00 öffnet. Den Rest des Tagen erkundeten wir Almaty, die größte Stadt und kulturelle Hauptstadt des Landes. Uns hat überrascht, dass die Stadt nicht besonders muslimisch wirkt. Die Menschen sind fast ausnahmslos westlich gekleidet, aber es soll eine große muslimische Gemeinschaft geben und in Almaty steht die größte Moschee Kasachstans. Es gibt auch nicht sehr viele Highlights für Touristen im Zentrum, aber viele Malls und scheinbar viel Geld. Weil das Wetter schlecht war beschlossen wir, uns mit dem Ritz-Carlton zu belohnen. Es war das Beste (und teuerste) Hotel unserer Reise bis jetzt. Wir entspannten im Wellnessbereich, bevor wir in die Stadt zum späten Essen fuhren.

In the morning when we woke up, we realized the dimension of the mountains that surrounded us. The Tian Shan mountains already belong to the Himalaya and we were deep impressed when we recognized Tibet being closer from here than Astana.   This might be the most eastern point of our trip.

After a good breakfast we checked out and directly went to the Uzbekh embassy, which was closed today of course. The rest of the day we spent exploring Almaty, which to our surprise is not an Islamic city at all. All women – and men – are dressed western style. But there is a big and strong muslim community and the biggest mosque in Kazakhstan. There are also not too many tourist highlights in the city but many top shopping malls and a lot of money. As it was bad weather all day we deciced to reward us with the Ritz-Carlton, the best hotel in town and probably in whole central Asia. In fact it was the best (and most expensive) hotel of our journey so far. Before we went to the city for a late dinner,  we enjoyed their real prefect Spa.

         

(9. November) 

Nach einem wunderbaren Frühstück fuhren wir wieder zur Botschaft, wo sich um 10:00 bereits Leute um einen kleinen abgesperrten Eingang scharten. Inmitten der drängelnden Menge stand ein Mitarbeiter der Botschaft und nahm sich den Leuten an, die ihm alle irgendwelche Unterlagen und Pässe entgegenstreckten. Da die meisten Kasachen kleiner sind als wir, schafften wir es relativ bald, die Aufmerksamkeit des Botschafters zu erlangen. Er meinte, wir sollen nächste Woche wiederkommen, aber nach einiger Diskussion, unsere Aufenthaltsgenehmigung für Kasachstan läuft am Donnerstag aus, sagte er uns, wir sollten um 15:00 wieder kommen, wenn die Visastelle geöffnet hat. In der Zwischenzeit vertrieben wir uns die Zeit, indem wir den großen Stadtpark mit seinem großen Vergnügungs- und Erholungsangebot und die Zentralmoschee besichtigt haben. Nach einem kleinen Abstecker in ein Cafe, war es halb 3 und wir machten uns wieder auf den Weg zur Botschaft. Hier warteten bereits weit über hundert Menschen. Wir fanden einen relativ guten Platz in der Nähe der Absperrung, da das Gedränge noch nicht zu groß war. Mit der Zeit wurde die Menge und das Gedränge immer größer, bald waren wir eingezwängt zwischen zeternden Frauen, drängelnden Männern und schreienden Babys. Einzig ein Polizist sorgte dafür, dass die Menge das Tor nicht aufdrückt, indem er die Leute immer wieder wegschob. Erst um kurz vor 4 erschien der Botschafter und bat die Visaanfragen herein. Einfacher gesagt als getan, denn man musste sich erst durch die Menge quetschen, die einem den schnellen Eintritt auch nicht wirklich gönnte. Nun ging es in einen kleinen Raum mit zwei Schaltern und wir fragten uns schon, wie hier solch große Menschenmassen abgefertigt werden sollten. Zuerst waren etwa 10 Leute im Raum, die dem Botschafter ihre Unterlagen in die Hand drückten. Dann hieß es warten, bis man einen Zettel bekommt, mit dem man dann zur Bank geht und den Betrag bezahlt. Mit der Quittung durch die Menschenmassen zurück ins Gebäude und aufs Visum warten. Schnell füllte sich der Raum und wir flüchteten auf einen Tisch, der uns etwas vor dem Gedränge schützte. Immer mehr Leute drängten in den Raum und es brachen die ersten Streitigkeiten aus. Papa bot einer jungen Mutter an, ihr Kind zu halten, während sie sich um ihre Angelegenheiten kümmerte. Irgendwann bat uns der Botschafter dann in sein kleines Büro und meinte, er könne uns kein Visa ausstellen. Nach langen Diskussion und Anrufen in Taschkent sah er die Möglichkeit, uns das Visum bis Freitag auszustellen. Da wir Kasachstan aber am Donnerstag verlassen mussten, beschlossen wir, Usbekistan zu streichen, was uns schwer fiel, da wir uns auf Samarkand gefreut haben. Als es fast 19:00 war, begannen die Mitarbeiter, die Botschaft zu räumen, viele Menschen standen den ganzen Tag an, nur um es Morgen erneut probieren zu können. Abends sind wir ins Restaurant „Govinda’s“ gegangen und haben über eine neue Route nachgedacht.

After a delicious breakfast, we reached the Usbeq embassy at about 10am. A crowd was waiting already at a barrier outside on the street, where the consul did talk to the people stretching their passport or papers out of the crowd towards him. With some luck we found a good place, close to the barrier and after a while we could catch his attention. First he asked us to come back in a week, but after a brief discussion and checking our invitation letter, he kept the papers and asked us to come back at 3 pm today. In the meantime, we visited the Almaty central park with its roller coasters and carousels but also good walkways and ponds to walk around. Then we visited the central mosque, where people were praying and waiting for the service in a harmonic atmosphere. At 2:30 we arrived back at the embassy, where the crowd was a bit smaller, as the afternoon office hours start at 3pm. But this changed very fast. Soon we found ourselves squeezed in between shouting women, crying babies and pushing men. There was only one policemen who pushed the crowd, several hundred people now, back from the barrier from time to time. It was 4 pm when the consul appeared again and asked us in the building together with some other people requesting a visa. We entered a small room, less than 20 sqm with just 2 counters. We handed our passports and documents to him and were asked to wait until he is coming back with the payment paper, which then has to be payed at a bank, before the passports with the visas will be handed back against a copy of the payment slip. Meanwhile the room filled up pretty fast and more then 50 people were again fighting for a good position. Some loud arguments started and we did move on a small table to protect us from the crowd as we just had to wait. A young mother handed her baby to us, so she could better deal with the crowd and her papers. Then the first requests for payment came, but not ours. Finally the consul asked us in the small room behind the counters to explain, that he cannot give us the visa, we need to wait until Friday. After a series of discussions and calls to the company and Tashkent, he offered us to try to have a visa by Friday. As we had to leave Kazakhstan on Thursday, we decided to give up and just skip Uzbekistan. It was a hard decision as Samarkand was one of the places, we really wanted to see. We then went for dinner to another guru vegetarian restaurant „govinda“, the only vegi in town. We closed the day in the exclusive hotel spa to cool down our frustration and to detail out a backup plan.