Zwischen Tian Shan und Issyk Kul

 

(10. November)

Ausgeschlafen und mit Frühstück im Bauch ging es heute weiter. Unser Weg führte uns nach Süden an die kirgisische Grenze. Alles verlief ohne Probleme, interessant war, dass unser Auto bei der Einreise nicht registriert wurde. Von der Grenze ist es nur eine kurze Strecke in die kirgisische Hauptstadt Bishkek. Auf dem Weg wurden wir von der Seite angehupt und eine Polizeikelle wies uns an, an den Straßenrand zu fahren. Dieses Prozedere hatten wir mittlerweile schon an die 15 mal erlebt, aber diese Polizisten kamen uns seltsam vor, da sie keine Uniform trugen und nicht im Polizeiauto unterwegs waren. Wir haben im Internet vorher schon von Kriminellen gelesen, die sich als Polizisten ausgeben und versuchen, an ein Dokument zu gelangen, um Geld zu erpressen. Noch nicht ganz stehend haben wir uns zum weiterfahren entschlossen, die „Polizisten“ haben sofort umgedreht und sich ein neues Opfer gesucht. In Bishkek haben wir nach einigem Suchen das „Futuro“ Hotel gefunden und sind von dort in ein einheimisches, großes Restaurant namens „Faiza“ gefahren. Bei einem Bortsch sind wir ein wenig in das kirgisische Leben eingetaucht.

After an extensive luxury breakfast, we continued our journey towards Kyrgyzstan today. The navigation showed a significant detour for our route, so we expected bad roads and extended travel time. But to our surprise, there was no detour, the road was pretty good and even the immigration to our 13th country was without complications. The capital Bishkek is just 20 km from the border. There we were stopped by a police, but when we looked in the mirror, only one was dressed somewhat like a policeman while the other was in a sweater and also their car was just a regular car. So we drove away. In the mirror we saw then, that they did not follow us but did a u-turn and were looking after their next victim. Fortunately we had info from the internet about fake policemen, who just wanted to get hold of documents to press money out of you in return. After a bit of searching, we found our hotel „Futuro“ and then went to the local restaurant „Faiza“ where we had a vegetarian Borsch and started to dive in the Kyrgyzstan life.   

                

(11. November)

Zuerst sind wir heute zum „Iron House Nomad“ gefahren, einer kleinen Firma, die von einem Amerikaner geleitet wird. Sie bietet Touren, Mietwagen und weitere Dinge an und wir haben aus vielen Blogs erfahren, dass sie einem helfen können, sein Auto zu verkaufen. Das Auto verkaufen und mit dem Zug oder Flugzeug weiter reisen, ist einer unserer Pläne. Der Besitzer war nicht da, aber eine sehr nette junge Dame hat uns weiter geholfen. Sie hat uns erzählt, dass der Markt seit Anfang des Jahres schlecht geworden ist, als Kirgisistan in eine Zollunion (Eurasian Economic Commission (EEC)) mit Russland und weiteren Staaten eingetreten ist. Nun ist der Zoll für Importautos sehr hoch, der sich aus dem Alter und dem Hubraum des Fahrzeuges ergibt. Sie hat uns außerdem vom Ala-Archa Nationalpark im Tian Shan Gebirge erzählt, der sich nicht weit von Bishkek befindet. Um den angebrochenen Tag noch zu nutzen, haben wir uns sofort auf den Weg gemacht. Das Tor zum Nationalpark haben wir um etwa 15:00 erreicht, aber der Weg zum Parkplatz ist von dort immer noch 10km lang. Nach und nach ist er immer verschneiter und eisiger geworden, bis wir nicht mehr weiter gekommen sind. Bald kam hinter uns ein anderes Auto mit dem selben Problem. Nachdem wir ihnen geholfen haben, ihr Auto den Hang hoch zu schieben, boten sie uns an, unser Auto abzustellen und den Rest des Weges mit ihnen zu fahren. Die Fahrt war sehr lustig, am Parkplatz trennten wir uns von ihnen. 

First thing today we went to „iron horse nomad“ as they should be supportive about selling cars in Kyrgyzstan and what to do here. Selling our car and continue by train or plain is one of our backup options. The owner of „IHN“ was not there, but the nice lady in the office told us that the car market became very bad this year as the import taxes increased dramatically since Kyrgyzstan joined the Russia led Eurasian Economic Commission (EEC) in January. She also told us about the Ala-Archa national park in the Tian Shan mountains, but still close to Bishkek. So we immediately decided to go there. We passed the park gate at about 3 pm. The road to the parking was still almost 10 km and so steep and icy, that our car started just to slip off the road at about half the way. After a while another car with 3 locals came and had the same problem. So we decided to leave our car where it was and together push and drive the other car up to the parking, which we did with a lot of fun.  

    

Wir nahmen den Wanderweg zu einem Wasserfall. Nach einem kurzen Pfad durch den Wald wird der Weg steiler, sodass man bald oberhalb der meisten Bäume, in vollkommener Stille von beeindruckenden Gipfeln des Himalaya umgeben ist. Es wurde immer kälter und die Vegetation immer kahler, bis man nur noch über Steine und Gras wanderte. Erschöpft sahen wir dann den eingefrorenen Wasserfall, gingen noch eine Weile weiter, bis zu einem Plateau, von dem wir das Gebirge gut überblicken konnten. Es war atemberaubend, vor allem weil wir nicht dachten, dass wir ohne weiteres in ein paar Stunden ins Himalaya Gebirge gelangen würden. Dann entschlossen wir uns dazu, den Rückweg anzutreten und erreichten den Parkplatz perfekt zur Dunkelheit. Nun hatten wir noch einige Kilometer zum Auto vor uns, bevor wir in die Stadt zurück fuhren und das „Prego“ Restaurant fanden. Das Essen war wirklich lecker und auch der Service war ausgezeichnet. Ein perfektes Ende für diesen tollen Tag!

Now we had only 3-4 hours left until it was dark and the way to the waterfall we wanted to take was announced with about 3 hours, but we decided to take it and go as fare as we will come. On the steep way up, the snow slowly disappeared together with the vegetation and we climbed just over stone and grass. As it was late, we had to turn back before we reached the waterfall, but we could see it and the gorge up to the summit. The majesty of these mountains, the silence and beauty was just overwhelming. Even more as we didn’t even think, we could make it into the Himalaya within less then a day. It was dark already when we reached the parking and still had to go about 3 km to our car. Exhausted but happy we drove back to Bishkek, where we occasionally found the Italian restaurant „Prego“ with excellent food and service. A perfect end for this perfect day! 

                       

(12. November)

Heute haben wir den Osh Basar im Westen der Stadt besucht. Man läuft in kleinen Gassen und Wegen durch die einzelnen Stände. Die meisten dieser Stände befinden sich in Wellblechhütten, die einem gemeinsam wie ein riesiger Stadtteil vorkommen. Man läuft lange durch die kleinen Gassen, bis zum Rand mit Haushaltsartikeln, Kleidern, Baumaterialien und allen möglichen anderen Artikeln vollgestopft, bis man am anderen Ende an eine Straße gelangt. Wenn man sie überquert, kann man am anderen Ende wieder in den scheinbar endlosen Basar eintauchen. Neben den Ständen gibt es auch unzähliche weitere Verkäufer, die ihre Ware auf Karren oder einfach am Boden anbieten. Zentral befindet sich dann ein großes Tor, durch welches man in einen Lebensmittelbasar gelangt. Viele verschiedene Früchte, Nüsse und Süßigkeiten geben mit schön aufgehäuften Bergen von Gewürzen ein wunderbar buntes Bild ab. 

 After some additional investigations and cleaning of our car, we went to the „Osh“ bazar today, which is almost a city in its own with huge areas of tin huts for each kind of offerings, household, construction material, electronics, clothing, textile … simply everything. You you can walk for days thru the small walkways between the booth’s like in a labyrinth. Also outside on the streets merchants sell cheap stuff from carriages or simply on the floor. After a while we went thru a gate into the food bazar, which we liked most as it was so colorful with all the flowers, fruits, nuts and vegetables and the unbelievable variation of spices did smell so good. Here you can find whole-sellers, selling tens of variations of rice, grain or flour in 50 kg bags and also retailers, where you can get even the smallest amounts. The good thing for us was, that we even didn’t see the meat and fish market.    

                                   

   
(13. November)

Da wir uns vorgenommen haben, den Auto Basar in Bishkek zu besuchen, an welchem an Wochenenden tausende Autos den Besitzer wechseln, hatten wir den heutigen Tag nichts vor und wollten uns die Zeit vertreiben. Wir fuhren 70 km nach Osten zum Burana-Turm, einem Minarett aus dem 11. Jahrhundert. Der Turm liegt wunderschön, einige Kilometer von den Bergen entfernt, im kirgisischen Chui-Tal. Ausgerechnet heute war der Himmel blau und so konnten wir nach einigen Stufen durch das Innere des Turmes das weite Land überblicken. Die einzigen anderen Leute waren Teil einer Hochzeitsgesellschaft. Sie hatten sich alle in Schale geworfen und waren gut gelaunt. Wir machten einige Fotos mit ihnen und blieben noch ein bisschen länger, um das kleine Museum und eine Jurte neben dem Turm zu besuchen. 

Meanwhile we had decided to go to the car market on the weekend, where thousands of cars are supposed to change owners on a weekend. So we could use the good weather today to go to the „Burana“ tower some 70 km east of Bishkek. It’s the remains of a minaret from the 10th century, beautiful located and good restored. There is also a museum in a yurt and ancient graves around. Beside us, there was only a wedding party who came all the way from lake Issik Kul with a New York style stretch limo. They did all wear their best dresses and the bride a fantastic white bridal gown. They had the key for the tower, so we even could climb up the stairs to the top of the tower with a fantastic view. Both, they and us enjoyed very much meeting each other!  

                   

Wir entschieden uns für einen anderen Rückweg und fuhren am Fuss der Berge beim Sonnenuntergang nach Bishkek zurück. Als wir die Stadt erreichten, begann es stark zu regnen und der Verkehr kam schnell zum Erliegen.

On the way back we took a route, along the mountains and drove back to Bishkek in the sunset. Short before we reached the city we came in a heavy rain with no sight and collapsing traffic.   

                   


(14. November)

Wie im Artikel „Selling our car in Kyrgyzstan“ beschrieben, waren wir heute auf dem Azamat Automarkt, um unseren treuen, grünen Begleiter zu verkaufen und haben Saadat danach zum Essen eingeladen. Am Abend haben wir auf den Rat eines Mitarbeiters im Hotel Karten für ein „Gorod 312“ Konzert gekauft und ihm gleich zwei Karten mitgebracht. Das Konzert fand im Club „Promzona“ statt, welcher in einer alten Industriegegend gelegen ist. Man sagte uns, dass er vor einigen Jahren zum besten Club Zentralasiens gewählt worden war und er war wirklich cool, aber auch sehr voll. Die Band stammt aus Bishkek und ist im russischsprachigen Raum sehr bekannt. Das Konzert war gut, auch die Nachband spielte gute Musik und so hatten wir Spass bis in die frühen Morgenstunden.

As you could read in our article „Selling our car in Kyrgyzstan„, we went to the Azamat car market today to look for a new career for our good BMW. Then we went for an early dinner with Saadat. Back in the hotel, we looked for events together with the receptionist and found him excited about a „Gorod 312“ concert in the club „Promzona“ today. So we immediately took a taxi to secure tickets for us and him and his wife. He told us that the „Promoza“, which is located a bit outside in an industrial area, was recently chosen as the best club in central Asia. The band „Gorod 312“ is famous all over Russia and beyond and they are giving concerts in Bishkek from time to time as the band members are all from here. He didn’t promise too much, the Promzone is a great club and the concert was great. After midnight a second band came on stage which was also really good and we had a great time until early in the morning.  

(15. November)

Eigentlich wollten wir heute früh aufstehen, um zum Issyk Kul zu fahren, dem zweitgrößten Gebirgssee der Welt. Aber wir brauchten bis zum Nachmittag, um zum Busbahnhof zu kommen. Jetzt merkten wir, wie komfortabel es mit unserem grünen Freund war, nicht zuletzt, weil man nicht mehr einfach an wunderschönen Stellen auf dem Weg anhalten kann, um Fotos zu machen. Als wir Cholpon Ata am Nordufer des Issyk Kul erreichten, war es bereits dunkel. Wir fühlten uns, als wären wir 30 Jahre früher in der Sovietunion gelandet. Das Hotel, das wir uns aussuchten, wurde als Resort des kirgisischen Staates beschrieben, welches auch heute noch politische Führer empfängt. Hingefahren wurden wir übrigens von einem Polizisten, der eine kurze Pause in seiner Berufung einlegte, um sich als Taxifahrer etwas dazu zu verdienen. Wir warteten an der Schranke, bis der Wachsoldat uns durchließ und ein anderer mit uns durch die riesige Anlage lief und uns zu unserem Zimmer brachte. Wie sich herausstellte, war das Resort ein altes Sanatorium aus Soviet-Zeiten und scheinbar seitdem nicht verändert worden. Das Restaurant hatte geschlossen und im Dorf fanden wir auch keines, also kauften wir Müsli und Pringles im Supermarkt. Beim Essen in unserem Zimmer bekamen wir einen guten Eindruck vom Leben in der Sovietunion.

Today we wanted to leave early for a trip to lake „Issyk Kul“ but it took us a while to get up and it was after noon, when we went to the bus station (how comfortable was it when we still had our green partner) and it was dark already when we reached „Cholpon Ata“ at lake „Issyk Kul“. Here we arrived 30 years back in the Soviet time. The hotel we had selected was described as a resort from the Kyrgyzstan government, which until today hosts conferences with political leaders from many countries. But also regular people can stay there. As regular people we had to wait at the barrier until the soldier got approval to let us in and show us a room in one the buildings in this vast park. What is called resort today was a Soviet sanatorium until 25 years ago and is pretty much unchanged until today. Restaurant was closed and also in the village we could not find one. So we had dinner in our old sanatorium room with stuff, we bought in a market across the street and could imagine how life in former Soviet Union was. 

      

(16. November)

Nachdem wir in unserem „Soviethotel“ aufgewacht sind und gefrühstückt haben, haben wir herausgefunden, dass es als Trainingscamp für Athleten aus Zentralasien genutzt wird. Unter anderem haben wir einige Radfahrer vom Team Astana gesehen. Wir sind durch den Hotelpark mit seinem Strand spaziert und sind danach los gelaufen, um die Sehenswürdigkeit von Cholpon Ata, den Ruh Ordo Park zu erkunden. Es ist eine Anlage am See, die für Tschingis Aitmatov und seine Ideen errichtet wurde. Aitmatov ist der Nationalschriftsteller Kirgisiens, sein bekanntestes Werk „Djamila“ wird oft als die schönste Liebesgeschichte der Welt bezeichnet. Im Park wird mit Kunstwerken, Bildern und Gebäuden versucht, die großen Weltreligionen in Einklang zu bringen, die Wissenschaft zu würdigen und die kirgisische Geschichte und Kunst dazustellen. Für jede der Weltreligionen befindet sich ein kleines, weißes Gebäude im Park, welches innen mit Reliquien und Bildern der Religion ausgestattet ist. Uns hat die friedliche Athmosphäre hier sehr gut gefallen. Später haben wir uns einen Bus gesucht und sind zurück nach Bishkek gefahren. 

We had breakfast in the original Soviet sanatorium dining hall and found out that this is also a training camp for Central Asian athletes as several Team Astana cyclists and other athlets were there. In the hall we saw a wall full of fotos from Khrushchev and other political leaders from Soviet and post Soviet time. Then we looked around the park, the shore and the vessel „Moscow“ that belongs to the resort. Later we went to the „Ruh Ordo“, a beautiful park at the shore, honoring all religions, science and most important leaders of Kyrgyzstan from Manas until today. Mainly it’s honoring C.Aitmatov and his ideas. We were the only visitors there and liked it’s peaceful atmosphere. In the afternoon we took a bus back to Bishkek. 

                                        

 

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Kazbegi 5047


(16. Oktober)

Zur Abwechslung mal früh aufgestanden, ging es erneut zum Kilikia Bahnhof in Yerevan, um nach Tiflis zurück zu fahren. Nach kurzer Zeit haben wir einen Minibus gefunden und es ging wieder zurück nach Norden. Mit im Bus war auch eine Gruppe von Freunden aus Bulgarien und Irland, die sich in Tiflis und Yerevan jeweils Geländewagen gemietet hatten und an den tollsten Orten in beiden Ländern waren. Wie auch schon Lewan aus Tiflis, haben die von Kazbegi and der georgisch-russischen Grenze geschwärmt. Die Fahrt verlief reibungslos, bis in einem kleineren Ort, direkt neben einer super Bäckerei, ein Reifen geplatzt war, wodurch wir die Wartezeit angenehm verbringen konnten. Es war übrigens interessant, dass der Busfahrer so lange zivilisiert gefahren ist, bis wir die georgische Grenze passiert haben. Hier hat er dann die halsbrecherische, georgische Fahrweise angenommen. Denn hier herrscht absolute Anarchie auf der Straße und besonders schlimm sind die unüberlegten, aggressiven und oft gefährlichen Handlungen vieler Fahrer.

Today we had to get up early as we want to go back to Tblisi. At the Kilikia bus station, we found a minibus in only a few minutes and just moved on. This bus did take a different route than the one on our way to Yerevan. Not along the Sevan lake, but thru the mountains, which was pefect as we could even see more of the beautiful nature. We shared the bus with a group of friends from Ireland and Bulgaria. They did rent offroad cars in Tblisi and Yerevan and went to the best places in both countries. As already Lewan from Tblisi recommended to us, also they have been excited about the Kazbegi mountain area, close to the Georgian/Russian border. In a little town we had a flat tire, but as this happened just next to a big and excellent bakery, we had a very comfortable waiting time. Also entering Georgia went fast and without any problem this time. It was amazing to see how our driver changed his driving habit just after we entered Georgia. Whil he had a relaxed and defensive style all the way in Armenia, he adopted the aggressive and dangerous Georgian driving habit just after we crossed the border. 

  

In Tiflis angekommen haben wir dann kurzfristig entschieden, unser Auto bei Lewan abzuholen, wo wir es freundlicherweise unterstellen durften und direkt Richtung Kazbegi weiterzufahren. Auf Grund der seltsamen Beschilderung und der Tatsache, dass unser Ziel erst vor einigen Jahren in Stepantsminda umbenannt wurde, haben wir uns einige Male verfahren. Das hatte aber auch etwas Gutes, denn wir sind an Mtskheta, einem schön restaurierten Örtchen vorbeigekommen. Im Zentrum haben wir die schönste der vielen orthodoxen Kirchen auf unserer Reise gefunden. Da es schon sehr spät war und es im Dunklen gefährlich und anstrengend ist zu fahren, haben wir in Gudauri beschlossen zu Übernachten.

In Tblisi, we spontaneously decided to pick up our car from Lewan’s place, where he was so kind to allow us to park it during our trip to Armenia, and directly move on to Kazbegi (which was renaned to Stepantsminda just 10 years ago), which we were eager to see. The way is the famous Georgian Military Highway, which was built in the 17th century to connect Russia with the south Caucasian countries. As the signs are sometimes somewhat confusing or missing, we lost our way a few times. But also this had its  positive side as otherwise we woul not have seen the cathedral of Mtskheta, which turned our the most impressive and beautiful church, of the many, we have seen all over Georgia. As it was late already and driving in the night is dangerous, we stopped in the ski resort Gudauri to spend the night there.

      

(17. Oktober)

Heute wollten wir früh aufzustehen, nach Kazbegi weiter zu fahren, um dort zu frühstücken. Sobald der Zündschlüssel im Auto gedreht war, wurde dieser Plan von einem Warnsignal durchkreuzt: „Bitte Kühlwasser prüfen“ Nicht schon wieder! Also sind wir ausgestiegen, haben nachgesehen und der Kühlwasserbehälter war leer. Bald kam ein hilfsbereiter Mitarbeiter des Hotels, der zu unserem Glück sogar gut deutsch sprach. Er rief seine Kollegen und sie schauten sich das Problem an. Wir hatten den Eindruck, dass sie sich auskannten und sie hatten schnell eine Erklärung für das Problem gefunden, es war zu viel Luft im Kühlsystem. Da keine undichte Stelle im Kühlsystem zu finden war, versuchten sie die Luft durch Zirkulation aus dem Kühlsystem zu beseitigen, um den BMW fahrtauglich zu machen, damit wir zur BMW-Werkstatt nach Tiflis zurück fahren konnten. Da das neue Wasser im Kreislauf geblieben ist und der Wärmetauscher wieder funktionierte, meinten sie, das Problem selbst beseitigen zu können. Nun  versuchte der freundliche, deutschsprechende Georgier ein Frostschutzmittel zu besorgen, welches er dann mit seinem Auto an einer nahegelegenen Tanke holte. Kurze Zeit später hieß es, wir könnten unsere Fahrt nach Russland fortsetzen. Wir hoffen, dass sie Recht haben und wollen bald eine Werkstatt aufsuchen, um das Auto kontrollieren zu lassen.

We were eager to come to Kazbegi and left the hotel early in the morning. But the day had different plans for us. When we tried to start the engine, there was a signal „check cooling liquid“. Which we did immetiately and – the cooling liquid tank was empty – oh no!   While we considered our options, a nice, german speaking guy came out of the hotel. He called some of his colleagues and two of them seemd to have good technical knowledge about older BMW cars. They diagnosed air in the cooling system as the reason that caused our problem. As they could not find a leak in the system, they tried to eliminate the air to allow us to go back to Tblisi to have the car checked and repaired there. To our surprise the new water remained in the cooling system and all valves and thermostates seemd to work again properly. So they offered us to go with their car to the next gas station and buy antifreeze cooling liquid there, refill the cooling system without air in it. If everything works and still no leak appears, we should be able to continue our journey towards Russia. Which we did. Let’s hope our green travel partner continues to bring us safe onwards.

    

Uns gehen jetzt langsam die Superlative für die Natur aus, aber diese Region übertraf schon wieder alles vorherige. Wir befinden uns hier auf über 2400 Metern, die Berggipfel, einige über 5000m hoch, sind schon schneebedeckt. Das Tal ist nach dem 5047m hohen Berg Kasbek benannt, an den nach der griechischen Mythologie Prometheus gekettet war, weil der den Menschen das Feuer brachte. Kazbegi ist sehr ruhig und idyllisch, komplett anders als der Skiort Gudauri, in dem wir letzte Nacht verbracht haben. In Stepantsminda haben wir das von vielen Seiten als bestes Hotel Georgien bezeichnete „Rooms Hotel Kazbegi“ gefunden. Es gehört zu den besten Bergresorts der Welt und hat uns super gefallen. Hier wurde sehr viel mit Holz und Stahl gearbeitet und es passt perfekt in seine Umgebung. Es ist aber absolut kein prunkvolles Luxushotel, sondern wirkt sehr jung und modern. Am schönsten ist die Lobby, sie ist geräumig und steht voll mit Bücherregalen, Sofas, Tischen und coolen Accessoires, so dass sie wie ein riesiges Wohnzimmer wirkt. Ich schreib diese Zeilen zum Beispiel auf einem Tisch, der wie eine Bergwerkslore aussieht. Da wir wegen dem Kühlerproblem spät eingecheckt haben, haben wir uns beeilt, eine kleine Wanderung zum Elia Kloster, nicht weit vom Hotel, zu machen. Wir sind durch den Wald gewandert, in dem uns einige Pferde mit neugierigen Fohlen begegnet sind. In der Dämmerung haben wir das idyllisch, zwischen Bergwand und Wald liegende Kloster erreicht. Im Inneren las ein Mönch einigen Menschen vor, es war so eine schöne Stimmung, dass wir bis zum Ende blieben, obwohl wir kein Wort verstehen konnten. Als wir das Kloster verließen, um einen anderen Weg zurück zu gehen, war es fast Dunkel. Der Himmel, die Wälder und die Berge erzeugten ein wahnsinnig schönes Bild. Auf dem Weg begegneten uns wieder einige wilde Pferde, welche uns erlaubten, die zu streicheln. Als wir das Hotel fast erreicht haben, wurde von der Terasse auch noch ein Feuerwerk gezündet. Bis tief in der Nacht saßen wir dann in der Lobby mit vielen anderen Leuten, die gelesen, gegessen oder sich unterhalten haben.

We thought we already did see  the best, nature has to offer on our journey, but we were proved wrong! We are at about 2400 m altitude, surrounded by summits, some of them higher than 5000 m. The area is named after the Mt. Kazbek which is 5047 m. According to Greek mythology, it is the mountain where Prometheus was chained by the gods as he did bring the fire to men. It’s an area full of quiet nature and quite different from the ski arena in Gudauri, where we spent the night yesterday. Evenmore we did find  one of the worlds best mountain resorts in Stepantsminda. The  „Rooms hotel Kazbegi“ is perfectly integrated in the nature here – by material, colours and design. Due to our problem with the cooling system, we checked in late and then hurried up for a hike to the Elia monastery not too far from the hotel. It turned out to be perfect! In the monastery there was a prayer or better a reading. We did not understand one word, but the athmosphere was so serene, that we listened almost to the full reading. It was nearly dark when we left the monastery and we walked down in the night with a great view over the Kazbegi valley. On the way we passed a group of wild horses, some of them allowed to be caressed. Short before we reached the hotel, they burned a firework. As there was going on a lot in the hotel lobby, which is designed like an oversized living room with sofas, armchairs, bookshelfs, tables from small to very big, fireplace …, we did stay there almost until 2am.  

                 

(18. Oktober)

Weil es hier so schön ist und es noch viel zu sehen gibt, haben wir unseren Aufenthalt noch einen Tag verlängert. Nach einen tollen Frühstück haben wir die Wanderschuhe geschnürt und wollten nach Gveleti fahren. Als der Taxifahrer 40 GEL wollte, haben wir beschlossen zu trampen. Nach einiger Zeit hielt ein Postauto und brachte uns nach Gveleti. Hier sind wir einige Zeit über kleine Wege und über Felsbrocken, an einem kleinen Fluss entlang durch eine Schlucht gelaufen, bis zu einem Wasserfall. Es war ein wahnsinnig tolles Bild wie er tosend aus der Höhe in die Schlucht fiel. Nach einiger Zeit sind wir zurück, um in die Nachbarschlucht zu einem noch größerem Wallerfall zu laufen. Hier haben wir unsere Taschen mit Essen geplündert und sind zurück zu Straße gelaufen, um per Anhalter zurück nach Stepantsminda zu fahren. Lange hielt niemand an, bis aus einem SUV jemand herausrief „wartet kurz, wir nehmen euch gleich mit“. Es waren Deutsche, die uns schon vorher im Hotel gesehen haben. Auf der Fahrt haben wir herausgefunden, dass sie nur einem Steinwurf von uns entfernt, in Aschheim wohnen.

As it is so beautiful here, we decided to stay one more day. After a delicious and healthy breakfast, we took on our hiking boots as we wanted to go to Gveleti, close to the Russian border. The taxis asked for 40 GEL – more then we had to pay for the ride from Tblisi to Yerevan, so we decided to walk & hike. After a while a postal car did take us to Gveleti. There we walked thru a gorge towards a waterfall at the end. The roaring water and the cliffs around us did  really impress us. We also had heard about an even bigger waterfall in a neighboring canyon and made us on our way. It was true, this one was even more impressive and had a bassin at it’s base. Here we had a little picknick and emptied all food and water he did carry with us. Back at the Georgian Military Highway, we did see a hughe line of trucks queueing for miles all the way to the Russian border. Here we had to wait a while as no one did stop to give us a ride. Then suddenly we heard a lady saying in German „hi guys just wait a minute, we’ll give you a ride“. It was a couple, who had seen us in the hotel before. On the way, we found out that they are Germans, living just a few miles from our home. 

              

Sie waren sogar noch so nett, uns in ein Dorf oberhalb von Stepantsminda zu fahren und zeigten uns einen Wanderweg, über den wir die Gergetier Dreifaltigkeitskirche gut erreichen konnten. Sie liegt auf dem Gipfel eines Berges, den man vom Hotel aus vor dem Kasbek sehen kann. Da wir dachten, dass die Kirche auf dem Gipfel der Felswand steht, an der wir gerade entlang gingen, beschlossen wir kurzerhand, die Wand einfach hochzugehen. Es war zwar anstrengend, da es hier keine Wege oder ebene Stellen gab, aber als wir am Bergkamm angekommen sind, konnten wir das Tal sehr gut überblicken. Die Kirche konnten wir alerdings immer noch nicht sehen, also mussten wir den Bergkamm entlang bis zu seinem Gipfel gehen und dann sogar noch etwas weiter auf einen benachbarten Gipfel, auf dem die Gergetier Dreifaltigkeitskirche stand. Sie ist ein Touristenhotspot und war dem entsprechend ziemlich überlaufen, sodass wir froh über unsere einsame Wanderung waren. Aber man konnte nun den Kezbek noch besser sehen und er wirkte noch gewaltiger. Abends haben wir uns dann im schönen Wellnessbereich des Hotels erholt.

They were experienced with Caucasian countries and did give us some useful tips and as an extra service they did even drive us in the village next to the famous Gergeti Trinity church, which we also wanted to see but did not even think, we’d have enough time to go there too today. Gergeti Trinity monastery can be seen from our hotel on a summit just next to Mt.Kazbek. We decided to take the direct route up to the monastery, but this was very steep and the way up was far longer than we had estimated. But we were rewarded with a stunning view and also the monastery was very well worth the visit. On the backside of it, we could see the track to the basecamp for Mt.Kazbek climbers. It was dark alredy when we came back to the hotel, where we did swim and sauna and then had a great dinner at the end of this great day.