Kazbegi 5047


(16. Oktober)

Zur Abwechslung mal früh aufgestanden, ging es erneut zum Kilikia Bahnhof in Yerevan, um nach Tiflis zurück zu fahren. Nach kurzer Zeit haben wir einen Minibus gefunden und es ging wieder zurück nach Norden. Mit im Bus war auch eine Gruppe von Freunden aus Bulgarien und Irland, die sich in Tiflis und Yerevan jeweils Geländewagen gemietet hatten und an den tollsten Orten in beiden Ländern waren. Wie auch schon Lewan aus Tiflis, haben die von Kazbegi and der georgisch-russischen Grenze geschwärmt. Die Fahrt verlief reibungslos, bis in einem kleineren Ort, direkt neben einer super Bäckerei, ein Reifen geplatzt war, wodurch wir die Wartezeit angenehm verbringen konnten. Es war übrigens interessant, dass der Busfahrer so lange zivilisiert gefahren ist, bis wir die georgische Grenze passiert haben. Hier hat er dann die halsbrecherische, georgische Fahrweise angenommen. Denn hier herrscht absolute Anarchie auf der Straße und besonders schlimm sind die unüberlegten, aggressiven und oft gefährlichen Handlungen vieler Fahrer.

Today we had to get up early as we want to go back to Tblisi. At the Kilikia bus station, we found a minibus in only a few minutes and just moved on. This bus did take a different route than the one on our way to Yerevan. Not along the Sevan lake, but thru the mountains, which was pefect as we could even see more of the beautiful nature. We shared the bus with a group of friends from Ireland and Bulgaria. They did rent offroad cars in Tblisi and Yerevan and went to the best places in both countries. As already Lewan from Tblisi recommended to us, also they have been excited about the Kazbegi mountain area, close to the Georgian/Russian border. In a little town we had a flat tire, but as this happened just next to a big and excellent bakery, we had a very comfortable waiting time. Also entering Georgia went fast and without any problem this time. It was amazing to see how our driver changed his driving habit just after we entered Georgia. Whil he had a relaxed and defensive style all the way in Armenia, he adopted the aggressive and dangerous Georgian driving habit just after we crossed the border. 

  

In Tiflis angekommen haben wir dann kurzfristig entschieden, unser Auto bei Lewan abzuholen, wo wir es freundlicherweise unterstellen durften und direkt Richtung Kazbegi weiterzufahren. Auf Grund der seltsamen Beschilderung und der Tatsache, dass unser Ziel erst vor einigen Jahren in Stepantsminda umbenannt wurde, haben wir uns einige Male verfahren. Das hatte aber auch etwas Gutes, denn wir sind an Mtskheta, einem schön restaurierten Örtchen vorbeigekommen. Im Zentrum haben wir die schönste der vielen orthodoxen Kirchen auf unserer Reise gefunden. Da es schon sehr spät war und es im Dunklen gefährlich und anstrengend ist zu fahren, haben wir in Gudauri beschlossen zu Übernachten.

In Tblisi, we spontaneously decided to pick up our car from Lewan’s place, where he was so kind to allow us to park it during our trip to Armenia, and directly move on to Kazbegi (which was renaned to Stepantsminda just 10 years ago), which we were eager to see. The way is the famous Georgian Military Highway, which was built in the 17th century to connect Russia with the south Caucasian countries. As the signs are sometimes somewhat confusing or missing, we lost our way a few times. But also this had its  positive side as otherwise we woul not have seen the cathedral of Mtskheta, which turned our the most impressive and beautiful church, of the many, we have seen all over Georgia. As it was late already and driving in the night is dangerous, we stopped in the ski resort Gudauri to spend the night there.

      

(17. Oktober)

Heute wollten wir früh aufzustehen, nach Kazbegi weiter zu fahren, um dort zu frühstücken. Sobald der Zündschlüssel im Auto gedreht war, wurde dieser Plan von einem Warnsignal durchkreuzt: „Bitte Kühlwasser prüfen“ Nicht schon wieder! Also sind wir ausgestiegen, haben nachgesehen und der Kühlwasserbehälter war leer. Bald kam ein hilfsbereiter Mitarbeiter des Hotels, der zu unserem Glück sogar gut deutsch sprach. Er rief seine Kollegen und sie schauten sich das Problem an. Wir hatten den Eindruck, dass sie sich auskannten und sie hatten schnell eine Erklärung für das Problem gefunden, es war zu viel Luft im Kühlsystem. Da keine undichte Stelle im Kühlsystem zu finden war, versuchten sie die Luft durch Zirkulation aus dem Kühlsystem zu beseitigen, um den BMW fahrtauglich zu machen, damit wir zur BMW-Werkstatt nach Tiflis zurück fahren konnten. Da das neue Wasser im Kreislauf geblieben ist und der Wärmetauscher wieder funktionierte, meinten sie, das Problem selbst beseitigen zu können. Nun  versuchte der freundliche, deutschsprechende Georgier ein Frostschutzmittel zu besorgen, welches er dann mit seinem Auto an einer nahegelegenen Tanke holte. Kurze Zeit später hieß es, wir könnten unsere Fahrt nach Russland fortsetzen. Wir hoffen, dass sie Recht haben und wollen bald eine Werkstatt aufsuchen, um das Auto kontrollieren zu lassen.

We were eager to come to Kazbegi and left the hotel early in the morning. But the day had different plans for us. When we tried to start the engine, there was a signal „check cooling liquid“. Which we did immetiately and – the cooling liquid tank was empty – oh no!   While we considered our options, a nice, german speaking guy came out of the hotel. He called some of his colleagues and two of them seemd to have good technical knowledge about older BMW cars. They diagnosed air in the cooling system as the reason that caused our problem. As they could not find a leak in the system, they tried to eliminate the air to allow us to go back to Tblisi to have the car checked and repaired there. To our surprise the new water remained in the cooling system and all valves and thermostates seemd to work again properly. So they offered us to go with their car to the next gas station and buy antifreeze cooling liquid there, refill the cooling system without air in it. If everything works and still no leak appears, we should be able to continue our journey towards Russia. Which we did. Let’s hope our green travel partner continues to bring us safe onwards.

    

Uns gehen jetzt langsam die Superlative für die Natur aus, aber diese Region übertraf schon wieder alles vorherige. Wir befinden uns hier auf über 2400 Metern, die Berggipfel, einige über 5000m hoch, sind schon schneebedeckt. Das Tal ist nach dem 5047m hohen Berg Kasbek benannt, an den nach der griechischen Mythologie Prometheus gekettet war, weil der den Menschen das Feuer brachte. Kazbegi ist sehr ruhig und idyllisch, komplett anders als der Skiort Gudauri, in dem wir letzte Nacht verbracht haben. In Stepantsminda haben wir das von vielen Seiten als bestes Hotel Georgien bezeichnete „Rooms Hotel Kazbegi“ gefunden. Es gehört zu den besten Bergresorts der Welt und hat uns super gefallen. Hier wurde sehr viel mit Holz und Stahl gearbeitet und es passt perfekt in seine Umgebung. Es ist aber absolut kein prunkvolles Luxushotel, sondern wirkt sehr jung und modern. Am schönsten ist die Lobby, sie ist geräumig und steht voll mit Bücherregalen, Sofas, Tischen und coolen Accessoires, so dass sie wie ein riesiges Wohnzimmer wirkt. Ich schreib diese Zeilen zum Beispiel auf einem Tisch, der wie eine Bergwerkslore aussieht. Da wir wegen dem Kühlerproblem spät eingecheckt haben, haben wir uns beeilt, eine kleine Wanderung zum Elia Kloster, nicht weit vom Hotel, zu machen. Wir sind durch den Wald gewandert, in dem uns einige Pferde mit neugierigen Fohlen begegnet sind. In der Dämmerung haben wir das idyllisch, zwischen Bergwand und Wald liegende Kloster erreicht. Im Inneren las ein Mönch einigen Menschen vor, es war so eine schöne Stimmung, dass wir bis zum Ende blieben, obwohl wir kein Wort verstehen konnten. Als wir das Kloster verließen, um einen anderen Weg zurück zu gehen, war es fast Dunkel. Der Himmel, die Wälder und die Berge erzeugten ein wahnsinnig schönes Bild. Auf dem Weg begegneten uns wieder einige wilde Pferde, welche uns erlaubten, die zu streicheln. Als wir das Hotel fast erreicht haben, wurde von der Terasse auch noch ein Feuerwerk gezündet. Bis tief in der Nacht saßen wir dann in der Lobby mit vielen anderen Leuten, die gelesen, gegessen oder sich unterhalten haben.

We thought we already did see  the best, nature has to offer on our journey, but we were proved wrong! We are at about 2400 m altitude, surrounded by summits, some of them higher than 5000 m. The area is named after the Mt. Kazbek which is 5047 m. According to Greek mythology, it is the mountain where Prometheus was chained by the gods as he did bring the fire to men. It’s an area full of quiet nature and quite different from the ski arena in Gudauri, where we spent the night yesterday. Evenmore we did find  one of the worlds best mountain resorts in Stepantsminda. The  „Rooms hotel Kazbegi“ is perfectly integrated in the nature here – by material, colours and design. Due to our problem with the cooling system, we checked in late and then hurried up for a hike to the Elia monastery not too far from the hotel. It turned out to be perfect! In the monastery there was a prayer or better a reading. We did not understand one word, but the athmosphere was so serene, that we listened almost to the full reading. It was nearly dark when we left the monastery and we walked down in the night with a great view over the Kazbegi valley. On the way we passed a group of wild horses, some of them allowed to be caressed. Short before we reached the hotel, they burned a firework. As there was going on a lot in the hotel lobby, which is designed like an oversized living room with sofas, armchairs, bookshelfs, tables from small to very big, fireplace …, we did stay there almost until 2am.  

                 

(18. Oktober)

Weil es hier so schön ist und es noch viel zu sehen gibt, haben wir unseren Aufenthalt noch einen Tag verlängert. Nach einen tollen Frühstück haben wir die Wanderschuhe geschnürt und wollten nach Gveleti fahren. Als der Taxifahrer 40 GEL wollte, haben wir beschlossen zu trampen. Nach einiger Zeit hielt ein Postauto und brachte uns nach Gveleti. Hier sind wir einige Zeit über kleine Wege und über Felsbrocken, an einem kleinen Fluss entlang durch eine Schlucht gelaufen, bis zu einem Wasserfall. Es war ein wahnsinnig tolles Bild wie er tosend aus der Höhe in die Schlucht fiel. Nach einiger Zeit sind wir zurück, um in die Nachbarschlucht zu einem noch größerem Wallerfall zu laufen. Hier haben wir unsere Taschen mit Essen geplündert und sind zurück zu Straße gelaufen, um per Anhalter zurück nach Stepantsminda zu fahren. Lange hielt niemand an, bis aus einem SUV jemand herausrief „wartet kurz, wir nehmen euch gleich mit“. Es waren Deutsche, die uns schon vorher im Hotel gesehen haben. Auf der Fahrt haben wir herausgefunden, dass sie nur einem Steinwurf von uns entfernt, in Aschheim wohnen.

As it is so beautiful here, we decided to stay one more day. After a delicious and healthy breakfast, we took on our hiking boots as we wanted to go to Gveleti, close to the Russian border. The taxis asked for 40 GEL – more then we had to pay for the ride from Tblisi to Yerevan, so we decided to walk & hike. After a while a postal car did take us to Gveleti. There we walked thru a gorge towards a waterfall at the end. The roaring water and the cliffs around us did  really impress us. We also had heard about an even bigger waterfall in a neighboring canyon and made us on our way. It was true, this one was even more impressive and had a bassin at it’s base. Here we had a little picknick and emptied all food and water he did carry with us. Back at the Georgian Military Highway, we did see a hughe line of trucks queueing for miles all the way to the Russian border. Here we had to wait a while as no one did stop to give us a ride. Then suddenly we heard a lady saying in German „hi guys just wait a minute, we’ll give you a ride“. It was a couple, who had seen us in the hotel before. On the way, we found out that they are Germans, living just a few miles from our home. 

              

Sie waren sogar noch so nett, uns in ein Dorf oberhalb von Stepantsminda zu fahren und zeigten uns einen Wanderweg, über den wir die Gergetier Dreifaltigkeitskirche gut erreichen konnten. Sie liegt auf dem Gipfel eines Berges, den man vom Hotel aus vor dem Kasbek sehen kann. Da wir dachten, dass die Kirche auf dem Gipfel der Felswand steht, an der wir gerade entlang gingen, beschlossen wir kurzerhand, die Wand einfach hochzugehen. Es war zwar anstrengend, da es hier keine Wege oder ebene Stellen gab, aber als wir am Bergkamm angekommen sind, konnten wir das Tal sehr gut überblicken. Die Kirche konnten wir alerdings immer noch nicht sehen, also mussten wir den Bergkamm entlang bis zu seinem Gipfel gehen und dann sogar noch etwas weiter auf einen benachbarten Gipfel, auf dem die Gergetier Dreifaltigkeitskirche stand. Sie ist ein Touristenhotspot und war dem entsprechend ziemlich überlaufen, sodass wir froh über unsere einsame Wanderung waren. Aber man konnte nun den Kezbek noch besser sehen und er wirkte noch gewaltiger. Abends haben wir uns dann im schönen Wellnessbereich des Hotels erholt.

They were experienced with Caucasian countries and did give us some useful tips and as an extra service they did even drive us in the village next to the famous Gergeti Trinity church, which we also wanted to see but did not even think, we’d have enough time to go there too today. Gergeti Trinity monastery can be seen from our hotel on a summit just next to Mt.Kazbek. We decided to take the direct route up to the monastery, but this was very steep and the way up was far longer than we had estimated. But we were rewarded with a stunning view and also the monastery was very well worth the visit. On the backside of it, we could see the track to the basecamp for Mt.Kazbek climbers. It was dark alredy when we came back to the hotel, where we did swim and sauna and then had a great dinner at the end of this great day.

         

 

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Wieder unterwegs – თბილისი (Tbilisi)

(8. Oktober)

  

Wie im Beitrag Big Trouble in Georgia beschrieben, ist es uns endlich gelungen, die Probleme in Akhalzikhe aus der Welt zu schaffen und wir können weiterreisen. Also haben wir uns am Morgen gleich auf den Weg nach Tiflis gemacht. An Borjomi vorbei, einem in schöner Natur gelegenen aber etwas seltsam wirkendem Kurort mit Heilquellen, führte uns der Weg nach Gori. Dies ist die Geburtsstadt von Josef Stalin. Über den Stalin Square sind wir zu seinem Geburtshaus gelaufen, welches von einem tempelartigen Pavillon überbaut, in der Mitte des Platzes steht. Dahinter das riesige Stalin Museum aus den 50ern, welches auf uns wie der Dogenpalast in Venedig wirkte. Nachdem wir uns alles ein wenig angesehen haben, haben wir seinen gepanzerten Salonwagen besichtigt, welcher als einzelner Wagon neben dem Museum steht. Wir fanden es erschreckend, wie groß der Zuspruch für Stalin hier ist. Nicht nur, dass überall Statuen von ihm stehen, auch sehr viele Menschen hier scheinen ihn zu bewundern. Als wir die Aufseherin des Wagons fragten, wie man einen solchen Massenmörder so bewundern kann, hat sie mit den Schultern gezuckt und meinte, „he’s my man“. Wir haben auch eine interessante Anekdoke über Stalins Tod erfahren: 1953 hatte er einen Schlaganfall. Nachdem sich aus Angst vor seinem willkürlichen Zorn erst nach Stunden jemand traute, dem im Schlafanzug am Boden liegenden Stalin zu helfen, konnte ihm das Leben nicht mehr gerettet werden.

As described in the chapter Big Trouble in Georgia, we finally could resolve our problems in Akhalzikhe and continue our journey. In the morning we started direction Tblisi. On our way we passed Borjomi, a somewhat courious Spa town, but located in great nature just at the beginning of Georgia’s biggest national park. Then we did a stop in Gori, the hometown of Josef Stalin. We walked along the Stalin square and found his house of birth at the end, a small house, which is now covered with a pavilion like a temple. Behind his house of birth, we dound the hughe Stalin museum, which we thought looks similar to the Palazzo Ducale in Venice. Then we had a look at his armed saloon coach, which is placed as a single waggon just next to the museum. To us this all gave a horrible feeling and we were wondering how the people here can honor this mass murder like a holy man. When we asked the guide in the salon coach, how she can worship a man that did kill so many people of his own, she ignored it and just said „he is my man“. We also learned the curious story about Stalin’s death. In March 1953 he suffered a stroke and his people found him lying on the floor in his pyjama. He was alive but could not speak. As they all feared his aggression and punishment if they might do anything wrong, it took hours until help arrived and his life could not be saved.

       

Später sind wir nach Tiflis weitergefahren. Nachdem wir bei der Botschaft waren, um uns für deren Hilfe zu bedanken, haben wir uns ein Hotel in der Nähe der Holy Trinity Church gesucht. Am Abend sind wir rumgelaufen und haben den Anblick der Stadt bei Nacht genossen. Schließlich haben wir das vegane non-profit restaurant „Kiwi Cafe“ gefunden und dort sehr gut gegessen. Anschließend sind wir in ein schönes Cafe namens „Leila“ gegangen. 

  Then we continued our way to Tblisi, where we spent a short visit to the embassy to say thank for their support in dad’s trouble and then looked for a hotel close to the Holy Trinity Cathedral. Finally we did an extensive walk around the city at night and had a yummy dinner at „Kiwi Cafe“ and closed the day with a turkish cafe in the real beautiful „Cafe Leila“.

       

      
 

(9. Oktober)

Heute haben wir uns darum gekümmert, wie wir nach Yerevan kommen können. Da am Samstag kein Zug fährt, haben wir entschieden mit dem Minibus zu fahren, um nicht noch einmal mit dem Auto nach Georgien einreisen zu müssen. Der Bus fährt morgen um 11:00 unweit unseres Hotels ab. Später sind wir mit der Seilbahn zur Narikala-Festung, welche oberhalb der Stadt gelegen ist, gefahren. Oben steht auch die „Mother of Georgia“, eine riesige Statue, die auf die Stadt hinabblickt. Wir sind zur Burg gelaufen, welche überraschenderweise nicht unbedingt touristisch ausgebaut ist, man klettert auf ungesicherte, verfallene Mauern und läuft auf Trampelpfaden durch den Burgkomplex. War aber toll, weil man fast überall an der Mauer oder auf Türmen den Blick über Tiflis geniessen kann. Was einem hier auffällt ist, dass es überall schöne, oft sehr moderne Gebäude gibt, aber dazwischen viel zu viele verfallene Gebäude und ungeteerte Straßen. Abends sind mit Levan essen gegangen, einem Freund unseres Verwandten Philipp, der uns bei unserem Problem in Akhalzikhe geholfen hat.

Today we looked up, how to travel to Yerevan. As we don’t want to enter Georgia by car again and no train is scheduled on saturday, we decided to go by Minibus. It will leave tomorrow at 11 am, not far from our Hotel. Later we went to the Narikala fortress by cable car, which is located above the city. Near the Fortress, the „Mother of Georgia“ is standing, a huge statue, overseeing Tbilisi. What we recognized here in Tblisi was the big effort to establish modern buildings and city infratructure on the one side but also a huge number of houses deteriorated buildings and many unpaved streets. In the evening we then met Lewan, a friend of our cousin Philipp, who was of great help with our Problem in Akhalzikhe. 

   

    
   

It’s not all bad in Georgia 

Wie ihr ja mitbekommen habt, haben wir jetzt sehr viel Zeit in Georgien und da der Papa in dieser Zeit auf freiem Fuß ist, hatten wir bis jetzt auch die Gelegenheit, einige Sehenswürdigkeiten der Gegend anzusehen. Am Dienstag haben wir in der Zeit zwischen zwei Terminen auf der Polizeistation die Burg Rabati besichtigt, welche sich auf einem Hügel in der Stadt befindet. Sie wurde im 13.Jahrundert errichtet und hat eine sehr wechselvolle Geschichte, was gut an den verschiedenen Stilrichtungen ablesbar ist. christliche, jüdische und muslimische Stätten wurden in ihr errichtet. Die Burg ist riesig, wurde in 2012 sehr aufwendig restauriert und beherbergt neben Wehrtürmen und Mauer den Bereich der Regenten aber auch Platz für tausende Bürger. Uns beiden hat die Anlage sehr gut gefallen, die Restaurierung ist gelungen, die doch sehr verschiedenen Gebäude ergeben ein schönes Gesamtbild. Später haben wir erfahren, dass die Gartenanlagen vom Mann unserer Dolmetcherin gepflanzt und gepflegt werden. Wir hoffen, die Bilder geben euch einen guten Eindruck über die Burg von Akhalzikhe. Und es kam noch besser, denn in der Burg gibt es ein sehr schönes Hotel, welches wir uns einige Nächte gegönnt haben. 

As you know, we now have much time to spend in Georgia and as Dad does not have to stay in prison during the court process, we were able to visit some of the interesting places, this area has to offer. On Tuesday, we used the freetime during two meetings with the police, to visit the castle Rabati, which is located on a hill above the city. It was built in the 12. century, and did see many changes in it’s history, as we could notice from christian, muslim and jewish buildings. The castle is huge, did not only provide space for the ruling family, but also for thousands of citizens and was extensively restored in 2012. For us, it was one of the sightseeing-highlights on our trip so far, since it contains many beautiful builings and corners. Later we found out, the nice garden area was done and is maintained by the husband of our translator. We hope, the pictures will help you to imagine the castle. Futhermore, we spent some nights in the beautiful hotel, located in the castle. 

               

Vor der Burg haben wir vor einigen Tagen noch einen sehr netten Radfahrer angesprochen, weil er eine südafrikanische Fahne am Rad hatte. Wie sich herausstellte, macht er eine 3 Jahre dauernde Weltreise mit dem Fahrrad und lebt dabei von nur 5 Euro am Tag! Wir haben ihn zum Kaffee eingeladen und uns sehr nett unterhalten.

Some days later, we met a very nice southafrican cyclist, who is on a tour around the world, with 5 Euros a day. 

 
Am Freitag sind wir auf Empfehlung von einigen Leuten ins etwa 50km entfernte Wardsia gefahren. Hierbei handelt es sich um eine Stadt, welche im 12. Jahrhundert aus Höhlen in einer Felswand gebaut wurde, ähnlich wie Kappadokien und einmal von 50.000 Menschen Menschen bewohnt war. Es gab unter anderem eine Bibliothek, eine Kirche, Bäckereien und Wasserleitungen aus Keramik. Heute leben nur noch einige Mönche in Wardsia! Denn nach einigen Erdbeben sind heutzutage nur noch etwas über 700 Räume erhalten. Diese zu besichtigen war aber dennoch großartig, man hat einen tollen Ausblick über das Tal und es ist unglaublich, wie Menschen damals in der Lage waren, so etwas zu errichten. 
Following a hint from locals, on Friday we went to Wardsia, about 50km away. This is a whole city in a rock – similar to Cappadocia. It was buil in the 11 century,  hostet up to 50.000 people and was once center of economy, regigion and science in the area. They did have a library, a church in a cave, bakeries and waterpipes made of ceramic. After several devastating earthquakes, today only about 700 „apartments“ are left and only a few monks are still living there. But it is still a breathtaking experience to go there and see the many stairs and buildings – and the georgeous view over the valley. Almost unbelieveable what the people in this area were able to do – almost 1000 years ago.

               

Um die letzte, große Sehenswürdigkeit der Gegend noch zu sehen, haben wir uns am Samstag mit dem Auto nach Saphara aufgemacht. Es ist zwar nur 10 km entfernt, allerdings bestehen diese aus ungeteerten Kieswegen, auf welchen man in nicht viel mehr als Schrittgeschwindigkeit vorankommt. Irgendwann haben wir es dann sufgegeben , mit dem Auto weiterzufahren, haben es abgestellt und haben versucht zu laufen und zu trampen. Nach ein paar Kilometern hat sich dann ein Kleinbus unser erbarmt – der mit ca 25 Kindern und Lehrere ohnehin schon überfüllt war. Es war eine Schulklasse aus dem 5 Std. entfernten Zalendschicha. Der Weg zum Kloster Saphara war dann noch weiter als gedacht aber die Stimmung im Bus war so gut, dass wir das gar nicht störte. Das Kloster, dessen Anfänge ins 9.Jahrhundert zurückreichen, dessen heutiger Bau im 12.Jahrhundert errichtet wurde und schon etliche Erdbeben überstanden hat, liegt idyllisch eingebettet in einem Berghang im Wald. Es war den Besuch wirklich wert, zusammen mit dem grandiosen Ausblick. Auf dem Rückweg ist dann ein Unwetter aufgezogen und wir hatten den ersten Schnee auf unserer Reise. Abends haben wir den Bus vor einem Hotel in der Stadt den Bus wieder gesehen, haben der Klasse einen Menge Süßigkeiten vorbei gebracht und nochmal eine Menge Spass mit ihnen gehabt.

Finally we decided to visit the the third main attraction here on Saturday, Saphara, an old monastery, which we were told is only about 10 km away. But the road was so bad that we had to park our car and continue by walking. After a few kilometers, a minibus already overloaded with a class of 9th graders and their teachers had a heart and took us with them as the distance turned out to be far more than just 10 km. On the way we had great fun with the kids and their teachers and learned some Georgian songs.  Also the monastery was worth the endeavour. It was built in the 11th century and resisted many earthquakes already without mayor damages. Also the view from there is stunning. On the way back – again with the class in the overcrowded minibus – a thunderstorm did build up and we had the first snow on our trip. In the evening we did see the bus in front of a hotel and did bring them a bulk of sweeties and again had lot’s of fun and laugh with them.

               

Durch’s wilde Kurdistan

(26. September)

Wir haben uns dazu entschieden, über Erzurum zu fahren. Der Umweg ist nicht zu groß und Erzurum ist eine Stadt mit 6000 Jahre langer Geschichte. Die Entscheidung hat sich schon auf dem Hinweg ausgezahlt, denn nach kurzer Zeit hat sich die Vegetation völlig geändert. Wir sind über einen Bergkamm gefahren und befanden uns im kargen, anatolischen Hochland. Mehrere Bergpässe brachten uns teils auf über 3000m. Immer wieder konnte man das weite Land überblicken. 

Erzurum liegt friedlich eingebettet zwischen bis zu 3000m hohen Bergen. Da der Tourismus der Stadt weitesgehend auf Wintersport ausgelegt ist, haben wir in einem Skiresort am Fuß des Mt. Palandöken, dem bekanntesten Skigebiet der Türkei übernachtet. Das Hotel liegt über der Stadt und unser Zimmer hat einen tollen Ausblick über die Stadt und die Umgebung geboten. In Erzurum findet man, teils auch mitten in der Stadt, einige zerfallene oder komplett zerstörte Häuser und Siedlungen vor. Der Grund dafür sind Erdbeben. 1939 sind über 40.000 Menschen bei einem Beben gestorben und auch später, etwa 1964 und in den 1980ern wurde die Stadt von Erdbeben erschüttert. Obwohl diese Erdbeben Jahrzehnte zurückliegen, sieht man wie gesagt an vielen Stellen noch deutliche Spuren. Sonst hat die Stadt uns aber sehr gut gefallen, sie ist sehr schön und gepflegt. Es gibt einige Sehenswürdigkeiten, welche teilweise noch von den Römern, Seldschuken, Mongolen, Persern, Araber und Osmanen erbaut wurden.  

Spontaneously we decided to take the way to Erzurum, a city in the anatolian highlands with a history of 6000 years. Already the way from Trabzon to Erzurum rewarded us for the extra miles with breathtaking views and several passes of 3000 m altitude. Erzurum is located at almost 2000m and surrounded of 3000m mountains. With mount Palandöken of 3200m it’s the #1 ski destination in Turkey. With some luck we found a suite in the 5* Renaisance Resort including a stunning view over the city and the land around. Erzurum is a city with a good and welcoming athmosphere. It has many old buildings and ruins from the Romans, Seldschucks, Mongols, Arabs, Persians and of course the Ottomans. It had to suffer from a number of heavy earthquakes – the last big one was in the 80’s and we still could see many buildings and whole quarters broken down – and big ad’s from politicians, promising to rebuild everything (funny after 30 years 😉)

   
    
    
         

 (27. September)

Heute haben wir uns dann einige der Sehenswürdigkeiten angesehen. Wir waren in der „Yakutiye Medrese“, einer 1310 erbauten Koranschule. Heute ist es ein Museum für das Leben in der osmanischen Zeit. In der Mitte gibt es eine große, überdachte Halle, von der aus man in alle Richtungen, durch 1,30m hohe Türen in anliegende Räume gelangt. Beim Spazieren haben wir die Zittadelle der Stadt, von Kaiser Theodosius in Auftrag gegeben, gefunden. Im Innenhof gibt es einige Ausgrabungen und eine kleine Moschee. Am hinteren Ende steht ein Glockenturm. Eine kleine Tür war angelehnt, also sind wir hinein. Drinnen gab es kein Licht, weshalb wir uns im Dunklen eine kleine, steinerne Wendeltreppe hochtasten mussten. Oben ist der Turm aus Holz gebaut, welches an vielen Stellen schon ziemlich verrottet ist. Aber der Turm hat uns mitten aus der Stadt heraus einen wunderbaren Blick über das Tal von Erzurum ermöglicht. Abends sind wir im Stadtzentrum durch eine alte Mall mit dem Aufzug in ein Gebäude, in welchen sich in jedem Stockwerk eine Bar befindet. Wir haben im obersten Stock Billard und Bowling gespielt. Insgesamt war das Ganze ziemlich heruntergekommen, aber es war recht lustig.

Today we spend a relaxing day in Erzurum. The most interesting side was the „Yakutiye Madrasah“. Originally it was a Quran school, established in 1310; today it’s a museum about ancient life in Anatolia. It is the only Medrese with a roofed square it Anatolia. All the exhibition rooms have to be entered through doors, which are only 1,30m high. We also were impressed by the old roman castle, build by Emporer Theodosius, which has an wooden clock-tower. It offered us a beautiful view over the valley of Erzurum. In the evening, we had dinner at Pizzarro’s and then some fun with Bowling and Pool, in a run-down Building, right in the city center.

             

(28. September)

Weckruf um 5, um die Mondfinsternis über dem Tal von Erzurum zu verfolgen. Wir hatten eine tolle Sicht aus unserem Hotelzimmer.

Wake up call at 5 to see the lunar eclipse over the Valley of Erzurum, which we could perfectly see from our Hotel room.

  

Güle güle Türkiye! Mittags sind wir aus Erzurum Richtung Georgien weitergefahren. Über Kars, welches übrigens keine besonders sehenswerte Stadt ist, sind wir gegen 7:00 OESZ an der Türkisch-georgische Grenze angekommen. Hier haben wir ordentlich Probleme bekommen. Mehr dazu in Kürze.

Güle güle Turkey! Around noon we left Erzurum in direction Georgia via Kars, which does not offer many reasons for a stop. At around 7 pm local time we arrived at the georgian border. Here we did run into real problems. More info will follow in the next blog.