Vom Baikal zum Ural

(23.-25. November)

Um Mitternacht sind wir am Bahnhof angekommen, der Zug fuhr kurz darauf ein. Wir sind zum Bahnsteig gelaufen und haben den Waggon 5 gesucht, mussten allerdings feststellen, dass bisher nur 15-12 dastanden. Also mussten wir warten, bis die anderen Waggons kamen und mit den ersten verkuppelt wurden. Diesmal haben wir die 2. Klasse gebucht, um für die lange Zeit etwas mehr Komfort zu haben. Um 1:00 setzte sich die Transsibirische Eisenbahn in Richtung Moskau in Bewegung. 

At midnight we went to the trainstation and short after, the train arrived. At the platform, we found only coach 12-15 and were informed that the missing coaches will be added here in Irkutsk. Waiting at a platform for 30 minutes at -20° can be quite a challenge. At 1am the Transsib towards Moscow finally started. 



Unser Waggon hatte einen Stomausfall, nach einiger Zeit war aber auch der Behoben und wir begannen, uns in unserem Abteil einzurichten. Ein Abteil in der 2. Klasse besteht aus 4 Betten und einem Tisch. Da wir die einzigen waren, konnten wir unsere Sachen verteilen. Bald kam die Zugmutti mit einem Paket mit Bettwäsche und einem Handtuch vorbei. Am Ende des Ganges gibt es Samowar an dem man sich heißes Wasser holen kann. Etwa um 3 Uhr legten wir uns ins Bett und sahen beim gleichmäßigen Schaukeln und dem Klackern der Räder auf den Schienen die sibirische Landschaft an uns vorbei ziehen.

We had a 2nd class ticket for the 55 hours to Yekaterinburg to have a bit more comfort and space for our luggage. Our coach had no electricity, but they did fix this problem after a while and we could start to make ourself comfortable. A 2nd class compartment has 4 beds and a table. Our beds had additional mattresses and did get a package of fresh linen and a towel from our coach-concierge. At the end of the coach, next to the concierge cabin, there is a samovar with hot water and a toilette at each side. At around 3am, we were ready to sleep with the monotone taktaktak of the train and the white Siberian landscape moving by our window in the dark.

    

Am Morgen sind wir gut ausgeschlafen aufgewacht, unverändert begleitet vom „taktaktak“ des Zuges, haben uns Kaffee und Cornflakes gemacht und noch eine kleine Runde gedöst. Im Zug beschleicht einen nämlich kein schlechtes Gewissen, einfach den ganzen Tag liegen zu bleiben, denn man kann sowieso nichts anderes machen. Mit dem Komfort unseres Einzelabteils war es dann aber schnell vorbei, denn wir bekamen den ersten und kurz darauf den zweiten Mitbewohner. Zu viert ist es in einem Abteil dann doch relativ eng, also machten wir uns bald auf den Weg zum Speisewagen, wo die Atmosphäre ähnlich langweilig war, wie man es aus deutschen Zügen kennt. Wir bestellten ein Omelette und gingen zurück ins Abteil. Unsere Zugmutti war nicht so nett wie „Christina“ aus unserem ersten Zug, aber sie kümmerte sich gut um die Sauberkeit ihres Waggons.

We were happy to have our compartment for ourself. But this changed pretty soon. A new passenger moved in and soon after a fourth one. So we had so squeeze our luggage and food. It’s really narrow with 4 people. Our concierge was not as nice as Christina from our first train, but she kept everything tidy and clean. Once a day she did vacuum the whole wagon and regularly cleaned the toilets. In the toilet it was not allowed to spill down the paper; this had to put in a bag below the sink, just in front of the toilet- bowl. Nice smell and something we could’t get used to. Around noon the next day we went to the restaurant car, which unfortunately didn’t have a feel-well atmosphere at all. But we did get a fresh omelet which was not too bad. The time did confuse us for a while. Time in our tickets and the coach was shown as Moscow time. Our watch was still on Irkutsk time – 5 hours ahead of Moscow; and at the about 20 stops until Yekaterinburg, local time was indicated. 2 times we had a stop of about 45 minutes, which we used to walk around at the ice-cold and slippery platforms for a few minutes, but other than this we spent all the time in our 4-bed suite. 

       

Da wir durch insgesamt 3 Zeitzonen fuhren, unsere innere Uhr noch auf Irkutsk gestellt war und alle Züge nach der Moskauer Zeit fahren, waren wir immer wieder verwirrt. Insgesamt hielt der Zug etwa 20 mal, an zwei längeren Stops von etwa 45 Minuten gingen wir kurz in die Eiseskälte, um uns auf den spiegelglatten Bahnsteigen die Beine zu vertreten. Ansonsten waren wir die ganze Zeit in unserem kleinen Abteil. An der Landschaft, der russischen Taiga und Tundra, hat man sich irgendwann auch satt gesehen und so waren wir froh, dass die Reise irgendwann zu Ende war und wir Jekaterinburg nach 55 Stunden erreicht hatten. 

The Siberian landscape in front of our window did not vary too much. Most the time, the train did run thru leave less birch-woods, some times it was mixed with needle wood or villages did run by. Spectacular views for miles across taiga or tundra were rare. Cities such as Omsk or Novosibirsk took an hour or longer just to pass; and, same as in Germany, the areas next to train tracks aren’t the most attractive. Net net, we are really happy, that we could do the Transsib, but it was a good idea to not do the stretch from Ulan-Ude (or even from Ulan Bator) to Moscow in just one trip. Finally we were happy when we reached Yekaterinburg after 55 hours – at 3am local time.

(25. November)

Um 3:00 Ortszeit sind wir in Ekaterinburg angekommen. Am Bahnhof suchten wir uns ein Taxi zum Hotel, wo wir versuchen wollten, einen sehr, sehr frühen Check-In zu bekommen. Die sehr nette Mitarbeiterin sagte uns, dass sie leider keine freien Zimmer hätten und wir warten müssten, bis jemand auscheckte. Sie bot uns aber an, schonmal im Fitnessbereich zu duschen. Das haben wir gleich gemacht und uns dann die Zeit im Hotel vertrieben. Aus irgendeinem Grund haben wir dann letztendlich eine Suite bekommen und holten etwas Schlaf nach.

Am frühen Nachmittag haben wir dann damit begonnen, die Stadt kennen zu lernen. Zuerst sind wir zur Oper gelaufen, um Karten für die Abendvorstellung zu kaufen. Dann sind wir zur „Katedrale auf dem Blut“ gelaufen, ihre goldenen Dächer haben wir schon vorher immer wieder zwischen Häusern scheinen sehen. Sie wurde auf der Stelle erbaut, an der die Familie des letzten Zaren 1918 durch die Bolschewiken hingerichtet wurde. Im Keller sind Katakomben zu Ehren der Zaren und ein kleine Austellung, in der die Zaren ein wenig wie Märtyrer herausgestellt werden. Auch eine gute Gelegenheit die heutige Macht der orthodoxen Kirche in Russland zu sehen. 

When we arrived at the hotel, there was a very nice lady at the counter, who wanted to let us check in immediately, but the hotel was fully booked. So she took our luggage and let us to the fitness area to take a shower. After a while we had breakfast and soon after we could check in into a suite – and did take a nap for the next few hours. 

In the early afternoon we started to a sightseeing walk and started with the opera which is one of the oldest and best in whole Russia. There we found that tonight there is a performance of The Nutcracker, and spontaneously bought tickets. Next we went to the „Cathedral on the Blood“, which recently was erected on the spot, where the last Tsar Alexander II and his family was executed by the Bolsheviks in 1918. In the basement, there is an exhibition as from the teaching „how to create a divine martyr“. Good opportunity also to see the power of the Orthodox Church in Russia today.
                 

Vor der Oper sind wir noch ins Hotel, um uns etwas schicker zu kleiden und Papa nutzte die Gelegenheit, endlich seinen Anzug anzuziehen, den er nun die ganze Reise mit sich geschleppt hat. (Besonders cool war die Kombination von Anzug und Wanderschuhen ;)) Die Oper ist eine der ältesten und besten in ganz Russland. Wir sahen, passend zur hereinbrechenden Jahreszeit, Tschaikowsky’s Nussknacker. Das Theater war innen wunderschön und Orchester und Ballett waren sehr gut.

Before the theater, we went to the hotel as this is the first opportunity for dad to use the suite, he did bring with him for exactly such a situation (looked especially cool with his trekking boots ;)). The theater itself is wonderful from inside and the performance was very good – the orchestra and the ballet. After the performance we walked just by a nice restaurant and had a nice walk back to our hotel in the night.  

            

(26. November)

Heute haben wir uns als Erstes zum nationalhistorischen & archäologischen Museum, um das älteste bisher gefundene Holzkunstwerk anzuschauen. Es war aber relativ enttäuschend, da das 11.000 Jahre alte Holzstück mit Ornamenten und menschlichem Kopf in einem langweiligen, kleinen Raum ausgestellt war. Es besitzt übrigens nur noch 3 von seinen ursprünglichen 5 Metern Länge, da der untere Teil bei den unvorsichtigen Ausgrabungen zerstört wurde. Auch die Beschreibung ist kurios, es steht zum Beispiel geschrieben „die Verzierungen haben sicher eine Bedeutung“ (ok, danke für die Information). Dann sind wir mit der Tram in einen anderen Stadtteil gefahren, wo sich das Rathaus, die Fußgängerzone, Parks und viele schöne Gebäuden befinden. Hier sind wir auch das „Museum of Fine Arts“ besucht und haben später im vegetarischen Restaurant „Rado“ zu Abend gegessen. Dann sind wir zum Hotel um unser Gepäck abzuholen und zum Bahnhof zu fahren.

After a good hotel breakfast we start with „phase II Yekaterinburg“ sightseeing. First target is the National History & archaeological museum, as there should be the oldest wooden example of human art on display – an about 11.000 years old wooden pile, with carvings and a human head on top. But it was disappointing. It was just one room with just this main sample, which was not 5 but only 3 meters as 2 meters have been broken off due to incompetent handling. And the explanations were of amateur quality such as „there are engravings which may have a meaning“. Hard to understand how such an important piece of human culture can be mistreated. Then we went by tram to the town-hall and there we learned to love the city. Beautiful buildings, parks and the lake, the streets full of life and our second museum „of fine arts“. There we also found a good veggi restaurant – this time with a different name „Rado“ but as delicious as the many „Govinda’s“, we already had our journey. Later we went to the hotel to pick up our luggage as we had booked a Transsib to Kazan for 22:30pm.
 

                  

   

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Return to Russia – Siberia & Lake Baikal

 

(19. November) 

Nachdem wir uns ein wenig aufgewärmt haben, suchten wir uns im Internet das „Eco Cafe“ zum Essen aus. Zu unserem Vorteil gab es eine Tram vor dem Hotel und mit der netten Hilfe von ein paar älteren Damen ist es uns gelungen, an der richtigen Station auszusteigen. Auch hier in Russland war es um die -22° kalt und auch die Kontrolleurin hat belustigt den Kopf über unsere Kleidungswahl geschüttelt. Mittlerweile haben uns schon mehrere Menschen vor einer erhöhten Kriminalität in der Gegend gewarnt. Auf dem Rückweg merkten wir, dass keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fuhren und da es hier nicht üblich ist, ein Taxi an der Straße anzuhalten, brachten wir einige Zeit in der Kälte zu, bis uns eine nette Dame half und das Taxi mit uns teilte.

After we had warmed up a bit, we needed to find something to eat and went to „Eco кафе“ by tram as they should have good veggie food. The conductor in the tram did shake her head about our clothes and only then we recognized, we are the only ones without down feather coats. And it was cold even in the tram. The eco place was chilly and relaxed and we met a nice soldier there, who warned us about criminals in Ulan Ude. And he was not the first one! When we left the restaurant at 11pm, trams and busses didn’t operate anymore. Cool. Even with the help of a very nice lady it took us 30 minutes to get a taxi which she shared with us up to our hotel.

(20. November) 
Heute morgen sind wir bei sommerlichen -24° aufgewacht und kümmerten uns um ein Zugticket. Zum Glück gab es eine Art Reisebüro im Hotel, so mussten wir nicht in die Kälte. Wir kauften Tickets für die 3. Klasse, sogenannte „Platzkartny“, nach Sljudjanka. Nun hatten wir noch ein bisschen Zeit, in der wie die Sehenswürdigkeit in Ulan Ude besichtigten, den größten Lenin-Kopf der Welt. Muss man nicht unbedingt gesehen haben, aber er steht nicht weit vom Hotel, also bot sich der Ausflug an. Später am Bahnhof mussten wir unsere Ticketreservierung in ein Ticket umwandeln und stiegen wenig später zum ersten Mal in die Transsibirische Eisenbahn. Die dritte Klasse ist ein Großraumwaggon mit Plätzen, die Wahlweise in Liege- oder Sitzplätze umgebaut werden können. Insgesamt war der Zug zwar schon etwas älter, aber gut gepflegt und auch an der Hygiene konnte man nicht meckern. Jeder Waggon hat als Personal eine eigene Mitarbeiterin, die die Tickets kontrolliert und Essen und Trinken verkauft. Unsere Zugmutti „Christina“ war sehr nett und konnte einige deutsche Worte, sodass wir es sehr mit ihr hatten. Nach 8 Stunden Fahrt am Baikalsee entlang erreichten wir Sljudjanka, das übrigens den einzigen Bahnhof er Welt besitzt, der ganz aus Marmor besteht. Hier zog es uns natürlich als erstes zum See, der wirklich beeindruckend ist. Er ist der älteste und größte See der Erde und kam uns mit seinen 31.000 km² eher vor wie ein Meer. Wir haben gelesen, dass sich 20% des Süßwassers der Erde in diesem See befinden, wenn man das Wasser über die Erde verteilen würde, wäre die Schicht 20 cm hoch. Nach kurzer Zeit aber zwang uns die Kälte dazu, uns das Hotel zu suchen, das wir im Internet gefunden haben. Zuerst versuchten wir in einer Kirche jemanden zu finden, der uns ein Taxi rufen könnte, aber die Messe, die gerade abgehalten wurde, schien nicht enden zu wollen, also zogen wir weiter und fanden schließlich in einem öffentlichen Gebäude eine Feier, wo jemand das Hotel kannte und uns ein Taxi rief. Das Hotel wird gerade renoviert, aber liegt direkt am See. Es ist ziemlich basic aber wir waren froh es gefunden zu haben, vor allem da es wahrscheinlich das einzige Hotel im Ort ist. Nah am Hotel gibt es ein Restsurant, das sich „goldene Jurte“ nennt. Der Besitzer sieht ein wenig aus wie ein Indianer und spricht gutes Englisch. Also konnten wir uns verständigen und bekamen ein leckeres Abendessen serviert.


The day started with -24° and we didn’t feel too safe and well in Ulan Ude, so we decided to leave the city with the next train towards Lake Baikal. Lucky as we are, there was a travel agent in the hotel, that did organize us a 3rd class tickets to Slyudyanka direct at the lake. The 3 hours until the train was leaving were enough to see the city center and it’s top attraction, the biggest Lenin head in the world. It’s really big. The 8 hour train ride was a good warm up on the Transsib. The wagon was full of bunk beads with people sleeping, sitting and eating. Each wagon had its concierge; our „Christina“ was a nice one and took care for us like a mother. She is running a Samovar heated with coals, she also has to de-ice the stairs to the wagon and the brakes with a big iron rod at each station, and to keep the wagon and the toilet clean.  She did bring us towels and sheets for our beds and sold us tea-bags and some sweets to eat. We were excited, when we first saw Lake Baikal rising out of the winter-world, we were driving thru. It was not
frozen as we had expected but evaporating clouds of fog. Slyudyanka is a small city with a big train station – the only one in the world fully built of marble. Pretty rude personal there, no taxi and we had no idea where to go. A block away we saw a nice church. A mass just started, when we came in with all our luggage, so we dropped our stuff at the entrance and started watching the ceremony. We hoped to get some advice after the mass, but the incensing and reading and ceremony did not end, so we silently went away and walked to the shore of the majestic lake which holds more than 20% of all freshwater in the world. After a while we saw some movement in a building close by and went there. One car came by after the other, a lady in expensive fur stepped out and the car was leaving. The building was something like an event hall and inside there was a long, long table with the finest food and wine. First the ladies there did not take notice of us. But finally we found a young lady, who spoke english a bit. She told us, the gathering is a fund raising event and she also called a taxi for us and told the driver to bring us to a hotel directly at the shore. Finally she invited us to a Karaoke party the next day. The hotel was a few kilometers outside, very beautiful located – and under construction or renovation. But they offered us a room – perfectly located with a terrace direct above the lake. Especially as this apparently is the only hotel in the whole area. Close to the hotel there is a new yurt with a restaurant „Golden Yurt“ inside, which was operated by a man looking like a native american. He even spoke english and prepared a delicious vegetarian meal for us. How lucky we are!

                                  

(21. November) 

Sljudjanka ist der Beginn der alten Baikalbahn, die von hier bis nach Listvjanka und weiter an der Westküste des Sees entlang fährt. Früher wurde der Zug mit einer Fähre über den Irkut Fluss gebracht, um seinen Weg auf der anderen Seite fortzusetzen. Mit seinen vielen Tunneln ist die Strecke ein Paradebeispiel für die Ingenieurskunst des 20. Jahrhunderts und mit Abstand die teuerste russische Zugstrecke. Heutzutage fährt der Zug jeden zweiten Tag, wenn überhaupt. Am Nachmittag haben wir einen Regionalzug genommen, der uns in 3 Stunden nach Irkutsk brachte. Am Bahnhof haben wir direkt ein Ticket für die 55-stündige Fahrt nach Ekaterinburg gekauft. Es war nicht so einfach zu erklären, was wir wollten, aber mit der Unterstützung einer Einheimischen ist uns die Verständigung gelungen. Vom Hotel sind wir dann zu Fuß zu einem Restaurant namens „Govinda’s“ gelaufen, es scheint in jeder Stadt in Russland ein Restaurant mit diesem Namen zu geben, und haben dort lecker gegessen. Die Nachspeisen waren sogar noch leckerer.

Slyudyanka is the start of the original Baikal railway, which is going from there to Listvyanka and further along the western shore. In former times the train crossed the Angara river (the only river out of lake Baikal) on a ferry. With its tens of tunnels it was a masterpiece of engineering of the early 20th century and was by far the most expensive train route in Russia. Today it’s running every second day if any and the Transsib is following a new and very busy track. In the afternoon we took a local train on a 3 hours ride to Irkutsk. At the train station we did buy a ticket for a 55 hours ride on the Transsib to Yekaterinburg. This was not easy, but with the help of a local, we managed to get exactly what we wanted: 2nd class on the train that starts at 1am the day after tomorrow. Despite the cold, we then explored the city by walking around as we did get used to deal with the cold. After 500m max., we warm up in a store or any other place before going on again. Dinner we took in another vegetarian „Govinda“ restaurant. It seems there is a „Govinda“ in every Russian city. But the food there was delicious, and the dessert was even divine. 

                                

(22. November)

Der Zug sollte heute um 1:00 in der Nacht losfahren, also hatten wir nun noch den ganzen Tag in Irkutsk. Da heute mit -27° unser persönlicher Kälterekord aufgestellt wurde, sind wir mit der Kälte wie bisher umgegangen und haben uns alle 500m ein Plätzchen zum Aufwärmen gesucht. Das Taxifahren ist hier kompliziert, man sollte Taxis mit dem Handy anrufen, so bekommt man die Information wann es ankommt und den Preis. Wenn man ein Taxi einfach anhält, wird es im Normalfall viel zu viel Geld verlangen. Wir hatten hier eine Auseinandersetzung mit einem Fahrer, der meinte, er fährt mit Taxometer, welches er uns aber nicht zeigen wollte und später eine astronomische Summe verlangte. So haben wir zu Fuß und mit Minibussen die Sehenswürdigkeiten Irkutsks gesehen, zunächst einige Kirchen und später Museen. Die Stadt hat sehr vom Einfluss der sogenannten Dezembristen profitiert, zehn reichen Prinzen und Kaufleuten, die 1825 nach Sibirien verbannt wurden, weil sie gegen die Zaren rebelliert haben. Zunächst wurde eine Todesstrafe gegen sie verhängt, der Zar hat sie dann allerdings begnadigt und nach Sibirien verbannt. Hier haben sie ihre hohe Bildung und ihr kulturelles Interesse verbreitet. Sie haben unter Anderem ihr Wissen über Medizin, Landwirtschaft, Kunst und Wissenschaft verbreitet. Die Häuser dieser Menschen sind jetzt Museen. Nach dem Abendessen saßen wir drei Stunden in der Hotellobby, haben den Blog geschrieben und auf den Zug gewartet.

 Today we have a full day to explore Irkutsk, but with record -27° this is a challenge, especially as calling a taxi is even more difficult then in other Russian cities. Locals call a taxi by phone, let them know from where to where and get the info, by when the taxi is coming and the cost of the ride. We normally are asking locals to call a taxi for us as we don’t have a Russian Sim card and that works fine normally. But when we did hire a taxi just at the street it happened, that the taxi meter did show 10 times the regular price or the driver just did take the taxi sign off the roof and asked for astronomic price. Here in Irkutsk, we even had a little fight with a driver before we did let him go with half the money he was asking, which was still 5 times the regular fee. Irkutsk is a nice city located about 70 km west of lake Baikal at the only river going out of the lake. Until today is it taking benefit from the Decembrists, ten princes or leading society members, that tried to establish new governmental rules and a political system with somewhat equal rights to all citizens in the early 1820th. They were motivated by the french revolution, but their initiative failed. After sentenced to death, the tsar pardoned the penalty to some years of prison in Siberia and after they had to stay there. They have been brought to the Irkutsk area – most of them accompanied by their wife’s. After beeing released from prison, they started many initiatives related to farming, healthcare, art and science. Still today the whole area is benefitting from these initiatives almost 200 years ago. The houses of two of these families are turned into museums. We visited them and a number of beautiful churches, which gave us a really good feeling how life in Siberia was – and is today. We saw people in the city, with milk cans on wheels walking a kilometer to get water for their homes. And the winter is just coming. In the evening we went for dinner to „Eterno“ a good Italian and then for another delicious dessert to the „Govinda“. Then we did spend 3 hours in the lobby of our hotel, writing our blog, before we asked for a taxi to the train station at midnight.

                           

Mongolia

 

(17.November)

Zurück in Bishkek sind wir zum Hotel gefahren, um unsere Rucksäcke abzuholen. Um Mitternacht ging es mit dem Taxi zum Flughafen. Hier mussten wir uns die Zeit vertreiben, bis um 2:30 die check-in Schalter öffneten. Aus irgendeinem Grund sind wir übrigens mit einer 2l Wasserflasche durch die Sicherheitskontrollen gekommen, um 4:00 setzte das Flugzeug Kurs auf Ulan Bator. 3,5 Stunden später landeten wir in der Hauptstadt der Mongolei, welche übrigens als kälteste Hauptstadt der Welt gilt. Schon in der Gangway kondensierte unser Atem. Im Freien hatte es dann an die -20 °C, wir suchten uns ein Taxi zum Hotel und holten erstmal etwas Schlaf nach. Später haben wir Ulaanbaatar erkundet. Hier leben 1,4 Millionen Menschen, was etwa 40% der ganzen Mongolei entspricht. In der Innenstadt findet man moderne Gebäude, Museen und große Plätze, während die Menschen außerhalb teilweise in Jurten leben und sogar bei -20° Lebensmittel und Kohle auf der Straße verkaufen. Da es schon langsam dunkel und noch kälter wurde, mussten wir uns auf unserem Weg zu einem Restaurant immer wieder aufwärmen, um nicht zu erfrieren ;). Zurück im Hotel funktionierte die Heizung nicht mehr und ein Hotelmitarbeiter hat uns die „Royal-Suite“ angeboten. Da er gut deutsch sprach, unterhielten wir uns mit ihm und er gab uns einige Sightseeing-Tipps.

At 3 am we boarded a flight to Mongolia. After we returned from lake Issik-Kul last evening, we went for dinner in a typical Kyrgyz restaurant and then to our hotel futuro, to pick up and re-organize our luggage. Ulaanbaatar welcomed us at 10 am with -23° Celsius. It is the coldest capital in the world. Fortunately, they did accept an early check-in at the „Kempinski Khan“ hotel, where we immediately fell asleep until the afternoon. Then we started to explore the city, where 1,4 million or 40% of the whole Mongolian population is living. The inner city is modern with even some skyscrapers, museums, monuments and big places. The vast area around the city center is very traditional, with a mix of big housing blocks, small houses and yurts; with merchants selling food and coal on the streets, even at minus 20 degree. The city seems to be a traffic jam all day, so it took us more then 1 freezing hour to find the „luna blance“, a restaurant in a buddhist center, which was recommended for their good vegan food. And it was good. Back in the hotel, our room was cold and the heating didn’t work well, so the nice german speaking guest relation person moved us to their Royal Suite. And even more, he told us about the exciting things, the area has to offer.  

   
   
 

(18. November)

Um von Ulan Bator und der Mongolei möglichst viel mit zu nehmen, haben wir einen Fahrer organisiert, der uns zu einigen Highlights der Region fahren sollte. Und wie sich später herausstellen sollte, war es eine gute Entscheidung. Zuerst fuhr er mit uns ungefähr 70km aus der Stadt in den Terelj Nationalpark. Über kleine, schneebedeckte Straßen ging es mit einigen Foto-Stops in die Berge, bis hin zu einer buddhistischen Anlage. Man läuft bergauf an vielen Schildern mit buddhistischen Sprüchen und einigen Schreinen und Pavillons vorbei, bis man zu einer Hängebrücke gelangt. Seit langem hat man auf einer Anhöhe ein Gebäude am anderen Ende gesehen. Nach der Brücke beginnt eine Treppe, die aus 8 Schwarzen und 108 Weißen Stufen besteht. Über die Treppe gelangt man zu einem wunderschön bunt verzierten Tempel. Von Außen hatte man einen atemberaubenden Blick über das Tal, im Inneren waren wir die einzigen Menschen und konnten die besondere Atmosphäre des Ortes spüren. Gerne wären wir lange hier geblieben, aber die Kälte trieb uns nach einiger Zeit wieder in Richtung Auto.

Following the advice from our new friend from the hotel, we had arranged a driver with some german vocabulary, to drive us around today. And this was a wise decision! First we went out of the city about 70 km south into the mountains. At the end of a valley, the driver did let us out as he could not drive further. After a short walk, we reached the bottom entrance of a Buddhist monastery and initiation center in the middle of nowhere. All the way up almost to the rim there was a long initiation path which led to the 8 black and 108 white stairs of the temple. We did follow all the path and reached the temple mentally well prepared. From there the view over the valley was breathtaking and the atmosphere inside the temple was just asking for meditation. On the way down we had the impression that a short glimpse of eternity was uncovered to us. 

                                                    

Nach einer weiteren Stunde im Auto erreichten wir das gewaltige Dschingis Khan Denkmal. Die Edelstahlstatue ist auf einem Gebäude platziert und zeigt den großen Eroberer auf einem Pferd. Mit ihren insgesamt 40m ist sie die größte Reiterstatue der Welt. Am Ort des Denkmals soll Dschingis Khan eine Glück bringende, goldene Gerte gefunden haben. Im Gebäude gibt es ein Museum, in dem wir einiges über die mongolische Geschichte erfahren haben. Das mongolische Reich war das größte zusammenhängende Weltreich aller Zeiten, das Gebiet der goldenen Horde reichte als ein Teil davon bis weit nach Europa, ein anderer Teil umfasste das gesamte heutige China. Dschingis und die anderen Khan’s waren brutale Krieger, aber sie haben auch Interesse an Kultur und Wissenschaft gehabt und unter anderem Religionsfreiheit walten lassen. Auch die Seidenstraße wurde von ihnen ihnen ermöglicht, da sie die Wege sicherten. Über eine schmale Treppe gelangt man durch das Innere der Statue auf den Kopf des Pferdes und steht dem riesigen Dschingis Khan plötzlich gegenüber. Außerdem hat man die Möglichkeit seinen tollen Ausblick über das weite Land zu teilen.

After another hour we reached the big, 40 meter high  monument of Genghis Khan sitting on his horse. The biggest horse monument in the world. In a vast valley at the river Tuul, where according a legen,d Genghis Khan found a golden whip, this monument was erected in 2008. In the museum below the statue, we learned to see him and the Mongols with different eyes than before. Yes, he was a brutal conquerer, but not different from many others. What made him different was, that he established trade between east and west by securing and protecting the main routes of the Silk Road, that he established rules of government and allowed different religions in his kingdom which was the biggest ever for several centuries. Actually a big recreation area is being built around the monument with hundreds of yurts for tourists to stay there.  

                     

Später haben wir noch das buddhistische Zentrum in Ulaanbaatar besucht, wo wir gerade pünktlich zu einer großen Messe ankamen, der wir einige Zeit folgten. Danach ließen wir uns von unserem guten Fahrer absetzten und suchten uns ein Restaurant. Uns wurde gesagt, dass die Mongolei für Vegetarier ein schwieriger Ort sei, aber da viele Menschen buddhistisch sind, gibt es einige vegane Restaurants.

Later we went back to Ulan Bator to visit the capital Buddhist center, where we just came when they celebrated a big mass. Then we released our good driver and went for dinner in another vegan restaurant. This was another surprise for us: we were told Mongolia is probably the most difficult country for vegetarians. But as more than half of the population are Buddhists, there is a variety of vegan places. 

      
  
   
  

(19. November)

Um 6:00 haben wir heute das Hotel verlassen, um zum Busbahnhof zu fahren. Im Morgengrauen ging es Richtung Russland. Nach einigen kurzen Stops und der russichen Grenze erreichten wir nach ungefähr 13 Stunden Ulan Ude. Da es die gesamte Reise -20° bis -25° hatte, waren die Scheiben gefroren und wir haben nur wenig von der Umgebung mitbekommen. In Ulan Ude haben wir dem Ratschlag eines netten Mannes im Bus gefolgt und sind die 2km zum Hotel gelaufen. Allerdings war der Weg eher ein „von Restaurant zu Bankautomat und anderen warmen Orten hasten“. So waren wir froh, als wir endlich das warme Hotel erreichten.

At 6am we left the hotel already as we have a bus early in the morning. With 2 stops and the immigration into Russia, we reached Ulan Ude after 13 hours. As it was -20° to – 25° all day, the windows have been frozen all day and we could not see anything during the ride today. Following the advice of a nice guy from the bus, we walked the 2 km from the bus station to the hotel. But this was not a good idea as it was so cold that we had to stop several times at ATM’s or restaurants to warm up again. 

  

Zwischen Tian Shan und Issyk Kul

 

(10. November)

Ausgeschlafen und mit Frühstück im Bauch ging es heute weiter. Unser Weg führte uns nach Süden an die kirgisische Grenze. Alles verlief ohne Probleme, interessant war, dass unser Auto bei der Einreise nicht registriert wurde. Von der Grenze ist es nur eine kurze Strecke in die kirgisische Hauptstadt Bishkek. Auf dem Weg wurden wir von der Seite angehupt und eine Polizeikelle wies uns an, an den Straßenrand zu fahren. Dieses Prozedere hatten wir mittlerweile schon an die 15 mal erlebt, aber diese Polizisten kamen uns seltsam vor, da sie keine Uniform trugen und nicht im Polizeiauto unterwegs waren. Wir haben im Internet vorher schon von Kriminellen gelesen, die sich als Polizisten ausgeben und versuchen, an ein Dokument zu gelangen, um Geld zu erpressen. Noch nicht ganz stehend haben wir uns zum weiterfahren entschlossen, die „Polizisten“ haben sofort umgedreht und sich ein neues Opfer gesucht. In Bishkek haben wir nach einigem Suchen das „Futuro“ Hotel gefunden und sind von dort in ein einheimisches, großes Restaurant namens „Faiza“ gefahren. Bei einem Bortsch sind wir ein wenig in das kirgisische Leben eingetaucht.

After an extensive luxury breakfast, we continued our journey towards Kyrgyzstan today. The navigation showed a significant detour for our route, so we expected bad roads and extended travel time. But to our surprise, there was no detour, the road was pretty good and even the immigration to our 13th country was without complications. The capital Bishkek is just 20 km from the border. There we were stopped by a police, but when we looked in the mirror, only one was dressed somewhat like a policeman while the other was in a sweater and also their car was just a regular car. So we drove away. In the mirror we saw then, that they did not follow us but did a u-turn and were looking after their next victim. Fortunately we had info from the internet about fake policemen, who just wanted to get hold of documents to press money out of you in return. After a bit of searching, we found our hotel „Futuro“ and then went to the local restaurant „Faiza“ where we had a vegetarian Borsch and started to dive in the Kyrgyzstan life.   

                

(11. November)

Zuerst sind wir heute zum „Iron House Nomad“ gefahren, einer kleinen Firma, die von einem Amerikaner geleitet wird. Sie bietet Touren, Mietwagen und weitere Dinge an und wir haben aus vielen Blogs erfahren, dass sie einem helfen können, sein Auto zu verkaufen. Das Auto verkaufen und mit dem Zug oder Flugzeug weiter reisen, ist einer unserer Pläne. Der Besitzer war nicht da, aber eine sehr nette junge Dame hat uns weiter geholfen. Sie hat uns erzählt, dass der Markt seit Anfang des Jahres schlecht geworden ist, als Kirgisistan in eine Zollunion (Eurasian Economic Commission (EEC)) mit Russland und weiteren Staaten eingetreten ist. Nun ist der Zoll für Importautos sehr hoch, der sich aus dem Alter und dem Hubraum des Fahrzeuges ergibt. Sie hat uns außerdem vom Ala-Archa Nationalpark im Tian Shan Gebirge erzählt, der sich nicht weit von Bishkek befindet. Um den angebrochenen Tag noch zu nutzen, haben wir uns sofort auf den Weg gemacht. Das Tor zum Nationalpark haben wir um etwa 15:00 erreicht, aber der Weg zum Parkplatz ist von dort immer noch 10km lang. Nach und nach ist er immer verschneiter und eisiger geworden, bis wir nicht mehr weiter gekommen sind. Bald kam hinter uns ein anderes Auto mit dem selben Problem. Nachdem wir ihnen geholfen haben, ihr Auto den Hang hoch zu schieben, boten sie uns an, unser Auto abzustellen und den Rest des Weges mit ihnen zu fahren. Die Fahrt war sehr lustig, am Parkplatz trennten wir uns von ihnen. 

First thing today we went to „iron horse nomad“ as they should be supportive about selling cars in Kyrgyzstan and what to do here. Selling our car and continue by train or plain is one of our backup options. The owner of „IHN“ was not there, but the nice lady in the office told us that the car market became very bad this year as the import taxes increased dramatically since Kyrgyzstan joined the Russia led Eurasian Economic Commission (EEC) in January. She also told us about the Ala-Archa national park in the Tian Shan mountains, but still close to Bishkek. So we immediately decided to go there. We passed the park gate at about 3 pm. The road to the parking was still almost 10 km and so steep and icy, that our car started just to slip off the road at about half the way. After a while another car with 3 locals came and had the same problem. So we decided to leave our car where it was and together push and drive the other car up to the parking, which we did with a lot of fun.  

    

Wir nahmen den Wanderweg zu einem Wasserfall. Nach einem kurzen Pfad durch den Wald wird der Weg steiler, sodass man bald oberhalb der meisten Bäume, in vollkommener Stille von beeindruckenden Gipfeln des Himalaya umgeben ist. Es wurde immer kälter und die Vegetation immer kahler, bis man nur noch über Steine und Gras wanderte. Erschöpft sahen wir dann den eingefrorenen Wasserfall, gingen noch eine Weile weiter, bis zu einem Plateau, von dem wir das Gebirge gut überblicken konnten. Es war atemberaubend, vor allem weil wir nicht dachten, dass wir ohne weiteres in ein paar Stunden ins Himalaya Gebirge gelangen würden. Dann entschlossen wir uns dazu, den Rückweg anzutreten und erreichten den Parkplatz perfekt zur Dunkelheit. Nun hatten wir noch einige Kilometer zum Auto vor uns, bevor wir in die Stadt zurück fuhren und das „Prego“ Restaurant fanden. Das Essen war wirklich lecker und auch der Service war ausgezeichnet. Ein perfektes Ende für diesen tollen Tag!

Now we had only 3-4 hours left until it was dark and the way to the waterfall we wanted to take was announced with about 3 hours, but we decided to take it and go as fare as we will come. On the steep way up, the snow slowly disappeared together with the vegetation and we climbed just over stone and grass. As it was late, we had to turn back before we reached the waterfall, but we could see it and the gorge up to the summit. The majesty of these mountains, the silence and beauty was just overwhelming. Even more as we didn’t even think, we could make it into the Himalaya within less then a day. It was dark already when we reached the parking and still had to go about 3 km to our car. Exhausted but happy we drove back to Bishkek, where we occasionally found the Italian restaurant „Prego“ with excellent food and service. A perfect end for this perfect day! 

                       

(12. November)

Heute haben wir den Osh Basar im Westen der Stadt besucht. Man läuft in kleinen Gassen und Wegen durch die einzelnen Stände. Die meisten dieser Stände befinden sich in Wellblechhütten, die einem gemeinsam wie ein riesiger Stadtteil vorkommen. Man läuft lange durch die kleinen Gassen, bis zum Rand mit Haushaltsartikeln, Kleidern, Baumaterialien und allen möglichen anderen Artikeln vollgestopft, bis man am anderen Ende an eine Straße gelangt. Wenn man sie überquert, kann man am anderen Ende wieder in den scheinbar endlosen Basar eintauchen. Neben den Ständen gibt es auch unzähliche weitere Verkäufer, die ihre Ware auf Karren oder einfach am Boden anbieten. Zentral befindet sich dann ein großes Tor, durch welches man in einen Lebensmittelbasar gelangt. Viele verschiedene Früchte, Nüsse und Süßigkeiten geben mit schön aufgehäuften Bergen von Gewürzen ein wunderbar buntes Bild ab. 

 After some additional investigations and cleaning of our car, we went to the „Osh“ bazar today, which is almost a city in its own with huge areas of tin huts for each kind of offerings, household, construction material, electronics, clothing, textile … simply everything. You you can walk for days thru the small walkways between the booth’s like in a labyrinth. Also outside on the streets merchants sell cheap stuff from carriages or simply on the floor. After a while we went thru a gate into the food bazar, which we liked most as it was so colorful with all the flowers, fruits, nuts and vegetables and the unbelievable variation of spices did smell so good. Here you can find whole-sellers, selling tens of variations of rice, grain or flour in 50 kg bags and also retailers, where you can get even the smallest amounts. The good thing for us was, that we even didn’t see the meat and fish market.    

                                   

   
(13. November)

Da wir uns vorgenommen haben, den Auto Basar in Bishkek zu besuchen, an welchem an Wochenenden tausende Autos den Besitzer wechseln, hatten wir den heutigen Tag nichts vor und wollten uns die Zeit vertreiben. Wir fuhren 70 km nach Osten zum Burana-Turm, einem Minarett aus dem 11. Jahrhundert. Der Turm liegt wunderschön, einige Kilometer von den Bergen entfernt, im kirgisischen Chui-Tal. Ausgerechnet heute war der Himmel blau und so konnten wir nach einigen Stufen durch das Innere des Turmes das weite Land überblicken. Die einzigen anderen Leute waren Teil einer Hochzeitsgesellschaft. Sie hatten sich alle in Schale geworfen und waren gut gelaunt. Wir machten einige Fotos mit ihnen und blieben noch ein bisschen länger, um das kleine Museum und eine Jurte neben dem Turm zu besuchen. 

Meanwhile we had decided to go to the car market on the weekend, where thousands of cars are supposed to change owners on a weekend. So we could use the good weather today to go to the „Burana“ tower some 70 km east of Bishkek. It’s the remains of a minaret from the 10th century, beautiful located and good restored. There is also a museum in a yurt and ancient graves around. Beside us, there was only a wedding party who came all the way from lake Issik Kul with a New York style stretch limo. They did all wear their best dresses and the bride a fantastic white bridal gown. They had the key for the tower, so we even could climb up the stairs to the top of the tower with a fantastic view. Both, they and us enjoyed very much meeting each other!  

                   

Wir entschieden uns für einen anderen Rückweg und fuhren am Fuss der Berge beim Sonnenuntergang nach Bishkek zurück. Als wir die Stadt erreichten, begann es stark zu regnen und der Verkehr kam schnell zum Erliegen.

On the way back we took a route, along the mountains and drove back to Bishkek in the sunset. Short before we reached the city we came in a heavy rain with no sight and collapsing traffic.   

                   


(14. November)

Wie im Artikel „Selling our car in Kyrgyzstan“ beschrieben, waren wir heute auf dem Azamat Automarkt, um unseren treuen, grünen Begleiter zu verkaufen und haben Saadat danach zum Essen eingeladen. Am Abend haben wir auf den Rat eines Mitarbeiters im Hotel Karten für ein „Gorod 312“ Konzert gekauft und ihm gleich zwei Karten mitgebracht. Das Konzert fand im Club „Promzona“ statt, welcher in einer alten Industriegegend gelegen ist. Man sagte uns, dass er vor einigen Jahren zum besten Club Zentralasiens gewählt worden war und er war wirklich cool, aber auch sehr voll. Die Band stammt aus Bishkek und ist im russischsprachigen Raum sehr bekannt. Das Konzert war gut, auch die Nachband spielte gute Musik und so hatten wir Spass bis in die frühen Morgenstunden.

As you could read in our article „Selling our car in Kyrgyzstan„, we went to the Azamat car market today to look for a new career for our good BMW. Then we went for an early dinner with Saadat. Back in the hotel, we looked for events together with the receptionist and found him excited about a „Gorod 312“ concert in the club „Promzona“ today. So we immediately took a taxi to secure tickets for us and him and his wife. He told us that the „Promoza“, which is located a bit outside in an industrial area, was recently chosen as the best club in central Asia. The band „Gorod 312“ is famous all over Russia and beyond and they are giving concerts in Bishkek from time to time as the band members are all from here. He didn’t promise too much, the Promzone is a great club and the concert was great. After midnight a second band came on stage which was also really good and we had a great time until early in the morning.  

(15. November)

Eigentlich wollten wir heute früh aufstehen, um zum Issyk Kul zu fahren, dem zweitgrößten Gebirgssee der Welt. Aber wir brauchten bis zum Nachmittag, um zum Busbahnhof zu kommen. Jetzt merkten wir, wie komfortabel es mit unserem grünen Freund war, nicht zuletzt, weil man nicht mehr einfach an wunderschönen Stellen auf dem Weg anhalten kann, um Fotos zu machen. Als wir Cholpon Ata am Nordufer des Issyk Kul erreichten, war es bereits dunkel. Wir fühlten uns, als wären wir 30 Jahre früher in der Sovietunion gelandet. Das Hotel, das wir uns aussuchten, wurde als Resort des kirgisischen Staates beschrieben, welches auch heute noch politische Führer empfängt. Hingefahren wurden wir übrigens von einem Polizisten, der eine kurze Pause in seiner Berufung einlegte, um sich als Taxifahrer etwas dazu zu verdienen. Wir warteten an der Schranke, bis der Wachsoldat uns durchließ und ein anderer mit uns durch die riesige Anlage lief und uns zu unserem Zimmer brachte. Wie sich herausstellte, war das Resort ein altes Sanatorium aus Soviet-Zeiten und scheinbar seitdem nicht verändert worden. Das Restaurant hatte geschlossen und im Dorf fanden wir auch keines, also kauften wir Müsli und Pringles im Supermarkt. Beim Essen in unserem Zimmer bekamen wir einen guten Eindruck vom Leben in der Sovietunion.

Today we wanted to leave early for a trip to lake „Issyk Kul“ but it took us a while to get up and it was after noon, when we went to the bus station (how comfortable was it when we still had our green partner) and it was dark already when we reached „Cholpon Ata“ at lake „Issyk Kul“. Here we arrived 30 years back in the Soviet time. The hotel we had selected was described as a resort from the Kyrgyzstan government, which until today hosts conferences with political leaders from many countries. But also regular people can stay there. As regular people we had to wait at the barrier until the soldier got approval to let us in and show us a room in one the buildings in this vast park. What is called resort today was a Soviet sanatorium until 25 years ago and is pretty much unchanged until today. Restaurant was closed and also in the village we could not find one. So we had dinner in our old sanatorium room with stuff, we bought in a market across the street and could imagine how life in former Soviet Union was. 

      

(16. November)

Nachdem wir in unserem „Soviethotel“ aufgewacht sind und gefrühstückt haben, haben wir herausgefunden, dass es als Trainingscamp für Athleten aus Zentralasien genutzt wird. Unter anderem haben wir einige Radfahrer vom Team Astana gesehen. Wir sind durch den Hotelpark mit seinem Strand spaziert und sind danach los gelaufen, um die Sehenswürdigkeit von Cholpon Ata, den Ruh Ordo Park zu erkunden. Es ist eine Anlage am See, die für Tschingis Aitmatov und seine Ideen errichtet wurde. Aitmatov ist der Nationalschriftsteller Kirgisiens, sein bekanntestes Werk „Djamila“ wird oft als die schönste Liebesgeschichte der Welt bezeichnet. Im Park wird mit Kunstwerken, Bildern und Gebäuden versucht, die großen Weltreligionen in Einklang zu bringen, die Wissenschaft zu würdigen und die kirgisische Geschichte und Kunst dazustellen. Für jede der Weltreligionen befindet sich ein kleines, weißes Gebäude im Park, welches innen mit Reliquien und Bildern der Religion ausgestattet ist. Uns hat die friedliche Athmosphäre hier sehr gut gefallen. Später haben wir uns einen Bus gesucht und sind zurück nach Bishkek gefahren. 

We had breakfast in the original Soviet sanatorium dining hall and found out that this is also a training camp for Central Asian athletes as several Team Astana cyclists and other athlets were there. In the hall we saw a wall full of fotos from Khrushchev and other political leaders from Soviet and post Soviet time. Then we looked around the park, the shore and the vessel „Moscow“ that belongs to the resort. Later we went to the „Ruh Ordo“, a beautiful park at the shore, honoring all religions, science and most important leaders of Kyrgyzstan from Manas until today. Mainly it’s honoring C.Aitmatov and his ideas. We were the only visitors there and liked it’s peaceful atmosphere. In the afternoon we took a bus back to Bishkek. 

                                        

 

Selling our car in Kyrgyzstan

Nachdem wir unsere Möglichkeiten durchgegangen sind, haben wir beschlossen zu versuchen, das Auto zu verkaufen. Wir wollten nicht den ganzen Weg durch Kasachstan und Russland zurückfahren, da der Winter immer näher kam. Weil Usbekistan ohne Visum auch keine Option ist, suchten wir im Internet nach Wegen, das Auto zu verkaufen. In einigen Blogs haben wir gelesen, wie Leute beim Autoverkauf Hilfe von einem Amerikaner und seiner Firma „Iron Horse Nomad“ bekommen haben. Dort haben wir erfahren, dass Kirgisistan seit Anfang 2015 einer Zollunion mit Russland und weiteren Staaten angehört (Eurasian Economic Commission (EEC)) und seitdem die Steuern, vor allem für alte Autos, sehr teuer geworden sind. Sie schlugen uns vor, das Auto ausschlachten zu lassen. Da wir aber fanden, dass ein solch gutes Auto noch weiter fahren sollte, suchten wir nach Möglichkeiten, das Auto an jemanden zu geben, der ihn auch fahren würde. An Wochenenden findet im Westen von Bishkek der Azamat, ein riesiger Autobasar statt. Also malten wir Schilder und fragten Saadat, eine sehr nette, deutschsprechende Mitarbeiterin im „Futuro“ Hotel, ob sie uns begleiten würde. 

Da es uns sehr geholfen hat, uns in anderen Blogs zum Thema Autoverkauf in Kirgisistan zu informieren, wollen wir die momentane Situation ein wenig zusammenfassen: Es gibt immer noch einen großen Markt für Gebrauchtwagen, aber man verdient damit nicht mehr viel Geld +++ die potentiellen Käufer wissen gut über die neuen Zollregeln bescheid +++ Es gibt einige spezielle Modelle und Marken, welche leichter zu verkaufen sind (z.B. manche Mercedes E-Klasse Modelle), während es beispielsweise schwer ist Kombis loszuwerden.

The last few days we did evaluate our options and finally decided that we should try to sell our car. As we had summer tyres only, the way back thru Kazakhstan and Russia seemed to risky and Uzbekistan is no option because our visa did expire. First we went to „iron horse nomad“, a company run by an american couple. In the internet, we found several articles about their experience and supportiveness. And in fact they were very nice and told us about the new tax situation since Jan 2015, when Kyrgyzstan became part of the Eurasian Economic Commission (EEC), which makes it economically unattractive to import vehicles older then 10 years. In our situation, the import tax only is about reflecting the market value of our car. An other option would be to sell the car for scrap and another one would be to go to Tajikistan and try to sell it there as they still have more moderate taxes. They also offered to look if they would find a buyer and a few hours later, we had an email informing us that they have an offer from a scrapper. But the car is still in such a good condition, in fact it was the best car I ever had, that we found it should find a new owner who likes to drive it for some more years. Due to the winter coming (and our experience on our way to „Ala Archa“), also bringing the car to Tajikistan is no real option. 

Following we describe the process of selling our car in Bishkek, as it was also very useful for us to read about the experiences from others in similar situations. A few general remarks as a start:  there is still a market for used cars in Kirgyzstan if you are ok to accept lower price +++ The potential buyers are well informed about the new rules regarding import taxes +++ there are special models and makes (f.i. some  Mercedes E type models) while others hardly will find buyers such as station wagons +++ there is a legal way to just give authorisation to drive and to take all kind of  legal contracting related to the car. But this needs a contract by a local notary.

      

Mit frisch gewaschenem Auto machten wir uns also am Samstag mit Saadat auf den Weg zum Azamat. Der Markt ist riesig und nach Alter in Sektoren sortiert. Allein in unseren Sektor 5 standen mehrere hundert Autos. Zu unserem Glück war Saadats Cousin auch da und kannte sich sehr gut aus. Er zeigte uns einen guten Platz im Automeer und half uns mit den Anfragen. Wir standen noch nicht einmal, als sich schon Leute um unser Auto scharten. Der deutsche BMW war scheinbar das interessanteste Auto, da nach kurzer Zeit an die 50 Leute um das Auto standen. Wir standen mit Saadat und ihrem Cousin mitten im Gedränge und bald kristalisierten sich zwei Angebote heraus. Einer kaufte für eine Firma und wollte sich am Abend mit uns treffen, um zu bezahlen. Der Andere war bereit sofort zu zahlen und Saadats Cousin traute ihm mehr, also entschieden wir uns, mit ihm zu einem Notar zu fahren, um den Vertrag aufzusetzen. Wir hatten bei ihm wirklich das Gefühl, das der das Auto fahren würde, da er sich nach dem Verbrauch und Ölwechsel erkundigt hat, außerdem war er freundlich und hatte einen ruhigen Fahrstil.

There are 3 major car markets in Bishkek every weekend and we heard the „Azamat car market“ is the best. So we decided to go there on Saturday. With the help of Saadat, a very nice, german speaking employee in our hotel „futuro“ we prepared signs and the wording for a sales contract in Russian.  As Saturday is her free day, she was even willing to join us to the Azamat. Next we got the car cleaned inside and out. It was recommended to be early there. So we met with Saadat at 10:30 and directly went to Azamat. She has a cousin with some experience in the car market and arranged that he is joining us there. This car market is bigger than any other we have seen  ever before; thousands of cars are for sale there and it’s organized by year of make. After we found „our“ market area, „section 5“, we had to pull a card like for parking and the bar was lifted for us to enter. Even in our section there were several hundred cars for sale. Before we decided for a spot recommended by Saadat’s cousin, we did take one round to make sure we are seen by many people. Before we even stopped the engine, people came and looked after the BMW from Germania, which apparently was the most attractive car. After a few minutes more then 50 people wanted to see and touch our car and we had an offer from one who promised to drive the car and not use it for scrap. But he was buying for a company and wanted to bring the money at 5pm. So we decided for another buyer who had the money at hand and whom we trusted that he wants to drive the car as he was asking for gas consumption, oil and so on.

                          

Ohne Saadat und ihren Cousin wären wir in diesem Tollhaus komplett hilflos gewesen. Mit dem potentiellen Käufer fuhren wir zu einem Notarbüro auf dem Markt. Hier wurden alle Unterlagen zusammengetragen und überprüft, bevor wir ins Büro des Notars in der Stadt fuhren. Hier ging plötzlich alles sehr schnell. Geld und Dokumente wechselten die Besitzer, die deutschen Nummernschilder wurden abmontiert und nach einer kurzen Erklärung des Autos. 13.000 km hat uns unser treuer Begleiter auf dieser Reise komfortabel und sicher gefahren. Mit einer Gesamtleistung von über 330.000 km und einem Handschlag bekam der neue Besitzer die Schlüssel und fuhr mit dem grünen BMW davon. Wir können sagen, dass es das beste Auto war, das wir jemals hatten und wir wünschen ihm viel Glück in seiner zweiten Karriere.

Without Saadat and her cousin, we would have been totally lost in this madhouse. With the buyer we drove then to a notary’s office at the market to clarify the details and documents that are needed and then back in the city to the notary to do the contracting. At the end everything went so fast: payment, demount of the german number plates, brief explanation hand over of the car documentation and all service checks. Finally the keys, a handshake and the new owner drove away with our beloved green BMW, who did bring us over 13.000 km safe to all places on our journey and who did drive us very comfortable for more then 330.000 km overall. In fact it was the best car we ever had and we wish him a good second career.